Hamburg Update

Wirtschaftsministerium droht erfolgreichem Flüchtlingsprojekt mit Geldstopp

today5. Oktober 2026 14

Hintergrund
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Ein erfolgreiches Projekt zur Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt, das „Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ (NUIF), steht vor dem Aus. Das Wirtschaftsministerium unter Katherina Reiche droht damit, die Finanzierung des als erfolgreich geltenden Netzwerks Ende 2026 zu streichen, was bei den betroffenen Unternehmen in ganz Deutschland auf großes Entsetzen stößt. Das NUIF, das bundesweit rund 5.100 Unternehmen vereint, wurde 2016 als gemeinsame Initiative der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und des Bundeswirtschaftsministeriums gegründet.

Das Netzwerk dient als zentrale Austauschplattform für Firmen, die Zugewanderte ausbilden und beschäftigen. Es bietet Informationen zu gesetzlichen Anforderungen, praktische Tipps zur Integration und ermöglicht den Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern. Seit seiner Gründung gab es mehr als 1.800 Informationsveranstaltungen, an denen rund 41.500 Unternehmen teilnahmen. Die jährlichen Kosten für das NUIF belaufen sich auf nur wenige Millionen Euro – rund zweieinhalb Millionen Euro stellte das Bundeswirtschaftsministerium pro Jahr für den Topf zur Verfügung, aus dem auch das NUIF finanziert wird.

Die drohende Einstellung der Förderung ab 2027, die den beteiligten Unternehmen vor rund zwei Wochen kommuniziert wurde, ist besonders brisant, da das Netzwerk eine wichtige Rolle bei der Fachkräftesicherung in Deutschland spielt. Unternehmen wie ein seit 1884 bestehendes Hotel betonen, dass sie ohne die Unterstützung des NUIF ihren Betrieb nicht aufrechterhalten könnten, da es immer weniger Deutsche gibt, die eine Ausbildung in der Gastronomie beginnen möchten. Ein Ende des Projekts sei nicht zu verantworten und könnte sogar rechtsextremen Parteien Auftrieb verleihen, warnte ein Unternehmer.

Obwohl eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums mitteilte, dass für den Haushalt 2027 Mittel für NUIF in Höhe von 900.000 Euro vorgesehen seien und der Haushalt bereits am 6. Juli vom Kabinett beschlossen wurde, herrscht bei den Verantwortlichen des NUIF und den beteiligten Unternehmen weiterhin große Verunsicherung und Empörung über die Ankündigung, die Förderung einzustellen. Die Hamburger Politik hat sich in der Vergangenheit bereits besorgt über Kürzungen bei Integrationsmaßnahmen gezeigt und betont, dass Integration nur im Schulterschluss zwischen Bund, Ländern und Kommunen gelingen kann.

Die Diakonie Deutschland warnt im Kontext der Haushaltsberatungen für 2026 davor, dass kurzfristige Einsparziele weitaus höhere soziale und ökonomische Kosten in der Zukunft verursachen könnten. Auch andere Organisationen kritisieren geplante Kürzungen im Bundeshaushalt 2026, da diese das soziale Fundament gefährden und die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten erschweren könnten. Von RADIO REEPERBAHN Hamburg beobachten wir diese Entwicklung genau und halten Sie über weitere Entscheidungen des Ministeriums auf dem Laufenden.

Symbolbild – Foto: RDNE Stock project / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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