Hamburg Update

US-Thinktank widerspricht Putins Behauptungen im Ukraine-Krieg

today5. Oktober 2026 2

Hintergrund
share close

Ein US-Thinktank, das Institute for the Study of War (ISW), hat kürzlich Berichte des russischen Machthabers Putin über schnelle Geländegewinne seiner Truppen in der Ukraine als „Halluzinationen“ bezeichnet. Diese deutliche Abweichung zwischen russischen Behauptungen und unabhängigen Analysen ist ein zentrales Thema, das unser Radio-Sender, RADIO REEPERBAHN Hamburg, für unsere Hörerinnen und Hörer aufbereitet. Während Putin am 1. Oktober auf einem Treffen des Valdai Clubs behauptete, russische Streitkräfte hätten im September 2026 beeindruckende 1.301 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums erobert – angeblich 2,5-mal mehr als in den Vormonaten –, zeichnet die Untersuchung des ISW ein diametral entgegengesetztes Bild.

Laut der detaillierten Analyse des ISW, die auf geolokalisierten Beweisen basiert, erlitten die russischen Streitkräfte im September 2026 tatsächlich einen Netto-Geländeverlust von etwa 80,81 Quadratkilometern. Berücksichtigt man sogar Gebiete, in die russische Truppen zwar eingedrungen sind, aber keine dauerhafte Kontrolle etablieren konnten, erhöht sich der Netto-Territorialverlust für Russland im September auf 175,18 Quadratkilometer. Diese Zahlen unterstreichen die Diskrepanz zwischen den Darstellungen des Kremls und der realen Lage an der Front in der Ukraine.

Ein wesentlicher Faktor für diese russischen Geländeverluste waren erfolgreiche ukrainische Gegenoffensiven. Insbesondere die „Operation Vivaldi“ im Raum Lyman im Norden der Oblast Donezk trug maßgeblich dazu bei. Der Kommandeur des ukrainischen 3. Armeekorps, Andrii Biletskyi, bestätigte am 15. September eine Offensive in dieser Region und berichtete später am 28. September über die Details der dritten Phase der Operation. Dabei wurden allein in dieser Phase 51 Quadratkilometer Land nördlich von Lyman befreit, was die gesamten wiedergewonnenen Gebiete der Operation Vivaldi auf 176 Quadratkilometer erhöht.

Das ISW sieht in Putins „absurden Behauptungen“ einen Teil der „kognitiven Kriegsführung“ des Kremls, die darauf abzielt, eine fiktive Realität des Schlachtfeldes zu präsentieren und russische Vorstöße fälschlicherweise als weitreichend darzustellen. Die Analysten können dabei nicht beurteilen, ob Putin die falschen Zahlen wissentlich verbreitet oder ob er selbst auf manipulierte Frontdaten zurückgreift, die ihm durch eine tief verwurzelte „Kultur der Täuschung“ innerhalb der russischen Militärführung zugetragen werden. Für unsere Leserschaft in Hamburg und darüber hinaus ist es entscheidend, solche Informationen kritisch zu bewerten und sich auf unabhängige Quellen zu stützen.

Diese Entwicklungen spiegeln einen breiteren Trend wider, bei dem die russischen Geländegewinne seit März 2026 erheblich verlangsamt wurden und sich zeitweise sogar ins Negative gekehrt haben. Die ukrainischen Verteidigungskräfte konnten von März bis September netto 293,59 Quadratkilometer des Schlachtfeldes zurückerobern. Diese Fakten zeigen, dass die Ukraine seit Ende 2025 und während des gesamten Jahres 2026 erfolgreich die Initiative auf strategischer und operativer Ebene behaupten konnte.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it