Hamburg Update

Elbphilharmonie Plaza ab sofort kostenpflichtig

today5. Oktober 2026 4

Hintergrund
share close

Die Elbphilharmonie Plaza in Hamburg, die fast zehn Jahre lang ein beliebtes Ausflugsziel mit freiem Zugang war, ist seit heute, dem 5. Oktober 2026, nur noch gegen eine Eintrittsgebühr zu besuchen. Diese Neuregelung, die bereits gestern von der Partei Die Linke scharf kritisiert wurde, markiert eine Zäsur in der Zugänglichkeit der bekannten Aussichtsplattform in der HafenCity.

Ein reguläres Ticket für den Besuch der auf 37 Metern Höhe gelegenen Plaza kostet nun fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Ausnahmen gibt es weiterhin: Konzertbesucher erhalten freien Zugang, sofern der Plaza-Besuch in ihrem Ticket inkludiert ist, und für Kleinkinder unter drei Jahren sowie Kita- und Schulgruppen bleiben die Tickets vor Ort kostenlos. Die Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft rechnet mit einem Rückgang der jährlichen Besucherzahlen um 25 bis 30 Prozent, was etwa 550.000 bis 660.000 spontane Besucher weniger bedeuten würde. Dennoch wird erwartet, dass immer noch rund 1,5 Millionen Menschen die Plattform jährlich besuchen werden, nachdem zuletzt über 2,2 Millionen Gäste jährlich den Blick über den Hamburger Hafen genossen.

Hintergrund der Gebührenerhebung ist der Wunsch der Stadt Hamburg, den Kulturetat zu entlasten und drohende Kürzungen bei anderen städtischen Kultureinrichtungen abzuwenden. Bisher zahlte die Stadt jährlich 3,6 Millionen Euro an die Betreibergesellschaft, um den freien Zugang zur Plaza zu gewährleisten. Durch den Ticketverkauf erwartet der Hamburger Senat Bruttoeinnahmen von jährlich rund 6,4 Millionen Euro, wodurch sich unterm Strich ein Plus von etwa 2,8 Millionen Euro für den Kulturetat ergeben soll.

Die Proteste gegen die neue Regelung, zu denen unter anderem Die Linke aufgerufen hatte, fielen gestern eher bescheiden aus. Lediglich rund 20 Personen versammelten sich vor dem Konzerthaus und pochten unter dem Motto „Plaza bleibt kostenlos“ auf das Versprechen des damaligen Bürgermeisters Olaf Scholz aus dem Jahr 2016, die Plattform sei „ein öffentlicher Ort frei zugänglich für jedermann und jede Frau“. Die Linke-Politikerin Marie Kleinert kritisierte zudem die mangelnde Transparenz bei der Verwendung der Gelder und warf dem Senat vor, das Abschrecken Hunderttausender Besucher in Kauf zu nehmen, um Haushaltslöcher zu stopfen.

Die Entscheidung, Eintritt für die Elbphilharmonie Plaza zu erheben, reiht sich ein in einen Trend, dem auch andere bekannte Sehenswürdigkeiten folgen, wie beispielsweise der Kölner Dom, der seit Juli ebenfalls Eintritt für touristische Besuche des Innenraums verlangt. Das Team von RADIO REEPERBAHN Hamburg wird die weiteren Entwicklungen und Reaktionen auf diese bedeutende Änderung in der Stadt aufmerksam verfolgen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it