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Spaniens Parlament lehnt wichtige Mieterschutz-Dekrete ab

today2. Oktober 2026 4

Hintergrund
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Spaniens Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez hat eine herbe Niederlage im Parlament hinnehmen müssen. Wichtige Dekrete zum Mieterschutz, die unter anderem ein Verbot von Zwangsräumungen in sozialen Notlagen vorsahen, fanden trotz landesweiter Proteste keine Mehrheit und wurden am Freitag abgelehnt. Die Ablehnung erfolgte nur wenige Tage, nachdem die Dekrete infolge massiver öffentlicher Empörung und Demonstrationen auf den Weg gebracht worden waren, die durch die Zwangsräumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal in Madrid ausgelöst wurden. Ihr Schicksal, das sich nach einer drastischen Mieterhöhung ereignete, wurde zum Symbol der akuten Wohnungsnot im Land.

Die von der Koalitionsregierung vorgeschlagenen Maßnahmen umfassten zwei Dekrete. Das erste Dekret zielte darauf ab, den Schutz vor Zwangsräumungen für sozial schwache Personen bis 2030 zu verlängern, bestehende Mietverträge auf Antrag um bis zu zwei Jahre zu verlängern und Mietsteigerungen auf zwei Prozent zu deckeln. Es enthielt zudem Regelungen für befristete und Zimmervermietungen sowie steuerliche Anreize für Mieter und Vermieter. Das zweite Dekret sah eine automatische Verlängerung von Mietverträgen für Hauptwohnungen unter bestimmten Bedingungen vor und hätte Vermietern Entschädigungszahlungen auferlegt, wenn sie einen Vertrag beenden wollten. Diese weitreichenden Vorhaben waren bereits am Dienstag in Kraft getreten, verloren jedoch mit der parlamentarischen Ablehnung ihre Gültigkeit.

Das Scheitern der Dekrete ist eine direkte Folge der politischen Blockade, da die Minderheitsregierung von Pedro Sánchez seit dem Verlust der Unterstützung der katalanischen Partei Junts vor fast einem Jahr kaum noch Initiativen durch das Parlament bringen kann. Konservative und rechtspopulistische Abgeordnete der Volkspartei (PP) und Vox, zusammen mit Junts und weiteren Regionalparteien, stimmten gegen die Dekrete. Kritiker warfen der Regierung vor, die geplanten Maßnahmen würden das Wohnungsangebot verknappen und die Mieten weiter in die Höhe treiben. Ministerpräsident Sánchez und Wohnungsbauministerin Isabel Rodríguez hatten die Abgeordneten bis zuletzt aufgefordert, den Maßnahmen zuzustimmen, um Schaden von der Gesellschaft abzuwenden und sich auf die Seite der Bürger gegen „Geier-Fonds“ zu stellen.

Die zugrunde liegende Wohnungsnot in Spanien ist gravierend und betrifft weite Teile der Gesellschaft, ähnlich den Herausforderungen, die auch eine Großstadt wie Hamburg kennt. Seit 2015 ist die Bevölkerungszahl um sieben Prozent, das sind drei Millionen Menschen, gestiegen, was den Bedarf an Wohnraum drastisch erhöht hat. Die Durchschnittsmieten haben sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt, und es fehlen landesweit über 700.000 bezahlbare Wohnungen. Dies führt dazu, dass sieben von zehn jungen Spaniern noch im Elternhaus leben. Die jüngsten Proteste mit Zeltlagern auf der Puerta del Sol in Madrid und anderen Städten spiegeln die wachsende Verzweiflung wider.

Für die Regierung Sánchez stellt diese parlamentarische Niederlage eine schwere Belastungsprobe dar und könnte Spekulationen über vorgezogene Neuwahlen weiter anheizen. Die Frage des bezahlbaren Wohnraums bleibt ein brennendes Thema, das in Spanien, wie auch in anderen europäischen Metropolen, dringend politischer Lösungen bedarf. Von RADIO REEPERBAHN Hamburg beobachten wir die Entwicklungen auf dem spanischen Wohnungsmarkt aufmerksam, da sie beispielhaft für Herausforderungen stehen, die auch in anderen städtischen Zentren relevant sind.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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