Hamburg Update

Russland übernimmt Kontrolle über großes deutsches Unternehmen Metro

today2. Oktober 2026 3

Hintergrund
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Für unsere Hörer in Hamburg und darüber hinaus berichtet RADIO REEPERBAHN über eine weitreichende Entwicklung aus Russland: Das Land hat die Kontrolle über die russischen Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro übernommen und diese unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Diese Maßnahme, die durch ein Dekret von Präsident Wladimir Putin angeordnet wurde, sieht vor, dass alle betreffenden Vermögenswerte an die erst kürzlich registrierte russische Staatsgesellschaft UK Torg Rus übertragen werden. Der bisherige deutsche Geschäftsführer von Metro Russland, Johannes Maria Tolay, wurde dabei zum Leiter dieser neuen staatlichen Verwaltungsgesellschaft ernannt.

Metro, ein Großhändler mit Fokus auf die Belieferung von Restaurants und Hotels, ist seit dem Jahr 2000 oder 2001 auf dem russischen Markt präsent und betreibt dort 91 Großmärkte, wo rund 9.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Russland stellte für das Unternehmen im Jahr 2025 einen bedeutenden Markt mit einem Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro dar. Anders als zahlreiche andere westliche Unternehmen, die nach der russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022 den Markt verlassen haben, hatte sich Metro entschieden, sein Geschäft in Russland fortzuführen, unter Verweis auf die Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern und Kunden. Die Übertragung der Vermögenswerte erfolgte an die UK Torg Rus, eine Gesellschaft, die Berichten zufolge erst am 8. September 2026 in Moskau mit einem geringen Stammkapital von 10.000 Rubel gegründet wurde.

Die Rolle von Johannes Maria Tolay ist hierbei bemerkenswert. Als bisheriger Chef von Metro Cash & Carry in Russland seit April 2023 wurde er nun als Leiter der neu gegründeten staatlichen Verwaltungsgesellschaft UK Torg Rus eingesetzt. Obwohl die formellen Eigentumsrechte an der russischen Tochtergesellschaft weiterhin bei der Metro AG verbleiben sollen, verliert der Konzern durch das Dekret die operative Kontrolle über das Tagesgeschäft. Das Düsseldorfer Mutterunternehmen hat bereits mitgeteilt, dass Herr Tolay seit dem 29. September 2026 nicht länger Mitarbeiter der Metro-Gruppe ist. Die russische Metro-Tochter erklärte indes, der Betrieb laufe wie gewohnt weiter und alle Verpflichtungen gegenüber den Kunden würden erfüllt. Die Auswirkungen dieser Entscheidung auf die weiteren finanziellen und rechtlichen Aspekte werden derzeit von Metro geprüft.

Diese Maßnahme reiht sich in eine wachsende Serie ähnlicher Schritte Moskaus ein. Russland hat bereits zuvor die Kontrolle über Vermögenswerte anderer internationaler Unternehmen unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt, darunter Nestlé, Auchan, FM Logistic und Aptar. Grundlage hierfür ist ein Präsidialdekret vom 25. April 2023 (Nr. 302), das der russischen Regierung die Möglichkeit gibt, Vermögenswerte von Investoren aus als „unfreundlich“ eingestuften Staaten zu übernehmen. Die aktuelle Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen zwischen Moskau und Berlin, unter anderem wegen eines mutmaßlichen Drohnenangriffs am Leipziger Flughafen, und wird als politisches Signal in Russlands Kampf mit dem Westen interpretiert.

Die Verstaatlichung ausländischer Vermögenswerte in Russland hat sich zu einem Muster entwickelt. Während Metro formal Eigentümer bleibt, deutet die Übertragung unter temporäre Verwaltung darauf hin, dass eine staatliche Enteignung ohne Entschädigung nicht ausgeschlossen ist. Für Unternehmen, die weiterhin in Russland aktiv sind, birgt dies ein erhebliches Risiko des Kontrollverlusts. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland bleiben somit weiterhin stark belastet, und die Entwicklungen in Hamburg und der deutschen Wirtschaft werden aufmerksam verfolgt.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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