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Überwachung in China: Der Staat will alles sehen

today1. Oktober 2026 2

Hintergrund
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China betreibt das weltweit umfassendste Überwachungssystem, das mit über 700 Millionen Kameras, vernetzt durch Künstliche Intelligenz (KI) und Gesichtserkennung, das öffentliche und digitale Leben seiner Bürger lückenlos erfasst. Auch die digitale Beobachtung im Internet ist weitreichend, wobei viele Bürger diese umfassende Kontrolle nicht als problematisch empfinden, wie auch die Redaktion von RADIO REEPERBAHN in Hamburg berichtet. Das System dient offiziell der Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung und der Sicherheit, wirft aber im Westen Fragen nach dem Schutz der Privatsphäre und bürgerlichen Freiheiten auf.

Die technologische Basis dieser Überwachung ist beeindruckend: Künstliche Intelligenz ermöglicht es dem System, eine einzelne Person in einer Menschenmenge innerhalb von Sekunden zu identifizieren, selbst mit Masken oder Sonnenbrillen. Neben der Gesichtserkennung kommt auch die Gangerkennung zum Einsatz, die Personen anhand ihres Bewegungsmusters identifiziert und selbst bei Dunkelheit oder Nebel funktioniert. Smartphones senden stetig Standortsignale, Fahrzeuge werden über Nummernschilderkennung identifiziert und Sprachprofile in öffentlichen Räumen erstellt. Jede Finanztransaktion wird protokolliert, georeferenziert und mit einem Zeitstempel versehen, wodurch ein detaillierter digitaler Fußabdruck des täglichen Lebens entsteht. Diese Daten werden durch prädiktive Algorithmen analysiert, die Verhaltensmodelle erstellen, Routineänderungen erkennen und sogar zukünftige Bewegungen vorhersagen können.

Ein zentrales Element ist das sogenannte Sozialkreditsystem, ein weitreichendes Regelwerk, das die „Vertrauenswürdigkeit“ von Einzelpersonen, Unternehmen und staatlichen Einrichtungen bewertet. Das System, das sich seit seiner Ankündigung im Jahr 2014 stetig weiterentwickelt hat, integriert Finanzdaten, Compliance-Aufzeichnungen und Verhaltensbewertungen in einen einheitlichen Bewertungsmechanismus. Negative Bewertungen können schwerwiegende Folgen haben, indem sie Reiseaussichten, Beschäftigungsmöglichkeiten, den Zugang zu Finanzierungen und die Fähigkeit zum Abschluss von Verträgen beeinträchtigen. Im Gegensatz dazu können positive Kreditwerte Geschäftstransaktionen erleichtern. Die Nationale Plattform für Sozialkreditinformationen (NSCIP), die bis 2024-2025 konsolidiert wurde, ermöglicht eine nahezu Echtzeit-Durchsetzung über Provinzen hinweg.

Neben der physischen Überwachung ist die digitale Beobachtung im Internet durch die sogenannte „Great Firewall“ tiefgreifend. Dieses Zensur- und Überwachungsnetzwerk, maßgeblich von Huawei aufgebaut, blockiert den Zugang zu zahlreichen westlichen Nachrichten-Websites und sozialen Medienplattformen, darunter Dienste von Google und Wikipedia. Bestimmte Begriffe sind in Suchmaschinen nicht auffindbar, und Inhalte, die der offiziellen Parteilinie widersprechen, werden systematisch gelöscht. Ein im Mai 2025 veröffentlichter Forschungsbericht wies sogar auf eine besorgniserregende Zunahme regionaler Internetzensur hin, bei der Nutzer in einigen Provinzen wie Henan von deutlich mehr Websites ausgeschlossen waren als der durchschnittliche chinesische Internetnutzer.

Trotz der allgegenwärtigen Überwachung empfinden viele chinesische Bürger die digitale Beobachtung nicht als problematisch und begrüßen Anreize für mehr Anständigkeit im Wirtschaftsleben oder im Verkehr. Offizielle Stellen betonen, dass das System zur nationalen Sicherheit beiträgt und China als eines der sichersten Länder der Welt positioniert, wobei 98,2% der Bürger im Jahr 2025 ein Gefühl der Sicherheit angaben. Gleichzeitig wurden zum 1. Juni 2025 neue, umfassende Vorschriften für die Gesichtserkennungstechnologie eingeführt, die den Datenschutz stärken sollen, aber der Regierung weiterhin die Nutzung der Gesichtserkennung für Zwecke der öffentlichen Sicherheit ermöglichen. Das chinesische Überwachungsmodell weitet sich zudem über seine Grenzen hinaus aus und betrifft auch chinesische Staatsbürger im Ausland sowie über 100 Länder, die chinesische Überwachungstechnologie importiert haben.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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