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Estland macht Russland offiziell für einen Brandanschlag auf die Rüstungsfirma Milrem Robotics in Tallinn verantwortlich, der sich in der Nacht vom 14. auf den 15. August ereignete. Wie unser Sender RADIO REEPERBAHN Hamburg aus Tallinn erfuhr, teilte die estnische Regierung heute mit, dass russische Geheimdienste hinter dem Sabotageakt stecken. Nach eingehender Auswertung gesammelter Informationen durch den estnischen Inlandsgeheimdienst (Kapo) konnte Premierminister Kristen Michal dies mit Gewissheit bestätigen. Die mutmaßlichen Täter, drei lettische Staatsbürger, wurden bereits im August in Lettland festgenommen und Mitte September nach Estland ausgeliefert. Sie befinden sich weiterhin in Haft.
Milrem Robotics ist ein führendes estnisches Verteidigungstechnologieunternehmen, das sich auf robotische und autonome Systeme für militärische und Sicherheitsanwendungen spezialisiert hat. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Tallinn entwickelt unbemannte Bodenfahrzeuge wie das THeMIS, die in rund 20 Ländern weltweit und auch in der Ukraine eingesetzt werden. Das Feuer brach an einem Gebäude des Unternehmens in Tallinns Stadtteil Lasnamäe aus, konnte jedoch von den alarmierten Rettungskräften schnell unter Kontrolle gebracht werden. Es gab keine Verletzten und nur geringen Sachschaden.
Als direkte Reaktion auf die Anschuldigungen bestellte das estnische Außenministerium den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein. Premierminister Michal bezeichnete die russischen Aktivitäten als „absolut inakzeptabel und unverantwortlich“ und interpretierte sie als Zeichen Moskaus wachsender Verzweiflung angesichts ausbleibender Erfolge im Krieg gegen die Ukraine. Außenminister Margus Tsahkna ergänzte, der Sabotageakt sei Teil einer „größeren russischen Kampagne in ganz Europa, die darauf abzielt, uns einzuschüchtern und unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen“. Moskau wies die Vorwürfe umgehend zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Anschuldigungen als „unbegründet, unüberlegt und nicht ernst zu nehmen“.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte rief die Bündnismitglieder zur Besonnenheit auf, betonte jedoch, dass Russlands „rücksichtslose Kampagne feindseliger Handlungen gegen NATO-Verbündete“ die Einheit der Alliierten nicht untergraben werde. Er begrüßte die klare Kommunikation Estlands und bekräftigte, dass die NATO ihre Unterstützung für die Ukraine verstärken werde, statt sie zu reduzieren. Rutte versicherte, dass der Kreml mit seinen Destabilisierungsversuchen scheitern werde und die NATO alle Reaktionsoptionen bereithalte. Die Bundesregierung sowie weitere Verbündete wie Frankreich, Schweden und Österreich bekundeten ihre Solidarität mit Estland.
Der Direktor des estnischen Inlandsgeheimdienstes, Margo Palloson, stellte klar, dass der Brandanschlag auf Milrem Robotics der erste in diesem Jahr erfolgreich ausgeführte russisch finanzierte Angriff in Estland war, die überwiegende Mehrheit solcher Aktionen jedoch vereitelt werden konnte. Er wies darauf hin, dass Russland ständig Pläne schmiede und nach Personen suche, die bereit sind, solche Taten auszuführen, darunter auch Mitglieder der russischsprachigen Gemeinschaft Estlands und Rekruten aus anderen Ländern. Diese Vorfälle reihen sich in eine Serie von „hybriden Provokationen“ ein, die Russland seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 gegen Estland und andere baltische Staaten unternommen haben soll.
Symbolbild – Foto: Serhii Bondarchuk / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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