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In Hamburg haben Aktivisten des sogenannten „Widerstands-Kollektivs“ am Montagmorgen bei rund 60 SUVs im Stadtteil Pöseldorf die Luft aus den Reifen gelassen. Die Gruppe richtet sich nach eigenen Angaben mit dieser Aktion gezielt gegen große Geländewagen im Stadtgebiet, um auf deren Umweltauswirkungen und ihren Platzbedarf aufmerksam zu machen.
Diese Art des Protests ist in Deutschland nicht neu und wird vom „Widerstands-Kollektiv“, das sich selbst als Nachfolgeprojekt der früheren „Letzten Generation“ versteht und Anfang 2025 gegründet wurde, bereits seit einiger Zeit praktiziert. So haben Mitglieder der Gruppe erst im August 2026 ähnliche Aktionen in Berlin-Charlottenburg durchgeführt, wo bei rund 20 bis 40 SUVs die Reifen manipuliert wurden, sowie auf Sylt, wo über 50 Fahrzeuge betroffen waren. Bei den Aktionen werden oft Flugblätter mit Slogans wie „Stillgelegt“ oder „Diese Karre ist zu fett!“ an den betroffenen Fahrzeugen hinterlassen. Dabei verwenden die Aktivisten teils Linsen, um die Luft langsam aus den Ventilen entweichen zu lassen, und betonen, dass ihre Angriffe nicht persönlich gegen die Fahrzeughalter gerichtet sind, sondern das Konzept großer Autos in Städten kritisieren.
Die Kritik an SUVs, die bei Neuwagenzulassungen einen erheblichen Anteil ausmachen – in Deutschland im Jahr 2023 etwa 30 Prozent – ist vielfältig. Umweltorganisationen wie die BUNDjugend und die Deutsche Umwelthilfe bezeichnen SUVs als „Klimakiller“ und kritisieren den höheren CO2-Ausstoß, den verstärkten Reifenabrieb, der zu mehr Mikroplastik führt, sowie den größeren Platzbedarf im öffentlichen Raum. Zudem wird die Verkehrssicherheit als Argument angeführt: SUVs haben oft größere tote Winkel und können aufgrund ihres Gewichts und ihrer Größe bei Unfällen eine höhere Gefahr für Fußgänger und Radfahrer darstellen.
Solche Protestaktionen lösen regelmäßig Diskussionen und unterschiedliche Reaktionen aus. Die Polizei leitet in der Regel Ermittlungen wegen Sachbeschädigung ein, auch wenn die Reifen nicht direkt zerstört, sondern lediglich die Luft abgelassen wird. Ein Pannenhelfer des ADAC warnte im Kontext ähnlicher Vorfälle, dass das langsame Entweichen der Luft durch manipulierte Ventile gefährlich sein kann, da es von Fahrern möglicherweise nicht sofort bemerkt wird und dies zu Unfällen führen könnte. Während einige Bewohner der betroffenen Stadtteile in Hamburg und anderswo Unverständnis und Wut über die Methoden äußerten, sehen die Aktivisten darin eine notwendige Maßnahme, um auf ihrer Meinung nach unzureichende Klimaschutzmaßnahmen und die Folgen des SUV-Booms hinzuweisen. Städte wie Paris haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die Zahl der SUVs zu reduzieren, beispielsweise durch eine Verdreifachung der Parkgebühren.
Symbolbild – Foto: Samet Burak Dağlıoğlu / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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