Hamburg Update

Schulausschuss beschließt öffentliche Anhörungen zu Kürzungen

today25. September 2026

Hintergrund
share close

Der Schulausschuss der Hamburger Bürgerschaft hat einstimmig beschlossen, öffentliche Anhörungen zu den geplanten Kürzungen bei der Schulbegleitung und den Ganztagsschulen durchzuführen. Diese Maßnahme soll den Dialog über die weitreichenden Auswirkungen auf die Bildungseinrichtungen in Hamburg fördern und Betroffenen eine Plattform bieten, ihre Perspektiven darzulegen. Eltern, Kinder, Lehrkräfte und Schulbegleiterinnen und -begleiter werden dabei zu Wort kommen können. Die Initiative für diese öffentlichen Anhörungen ging von den Fraktionen der CDU und der Linken aus.

Insbesondere die Schulbegleitung steht im Fokus intensiver Debatten. Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) betont, dass die Inklusion an Hamburgs Schulen nicht zur Debatte stehe und das Gesamtbudget für die Schulbegleitung sogar steige – von 32,6 Millionen Euro im Jahr 2024 auf prognostizierte 44 Millionen Euro im Jahr 2027. Sie erklärt, es handele sich um eine Weiterentwicklung des Bewilligungsverfahrens, da die Spielräume bei der Bewilligung in der Vergangenheit teilweise sehr weit gefasst gewesen seien und Begleitung auch ohne drohende oder bestehende Behinderung bewilligt wurde.

Demgegenüber stehen jedoch massive Proteste und Berichte von Eltern und Verbänden, die von konkreten Kürzungen in den Stundenumfängen und einer Absenkung der Personalqualifikation sprechen. Es gibt Pläne, qualifiziertes Personal verstärkt durch Freiwilligendienstleistende zu ersetzen und pädagogisch geschultes Personal nur noch in Ausnahmefällen zu bewilligen. Dies könnte dazu führen, dass eine Betreuungsperson mehrere Kinder gleichzeitig versorgen muss. Die Kritiker befürchten eine Überforderung der jungen, unerfahrenen Kräfte und sehen die spezialisierte Unterstützung für viele Kinder mit Beeinträchtigungen gefährdet, was im schlimmsten Fall dazu führen könnte, dass Kinder nicht am Unterricht teilnehmen können. Über 87.000 Menschen haben bereits eine Petition gegen diese Kürzungen unterzeichnet.

Auch im Bereich der Ganztagsschulen, insbesondere der gebundenen Ganztagsgrundschulen (GTS) in Hamburg, zeichnen sich erhebliche Einschnitte ab. An diesen Schulen, die Unterricht und Ganztagsbetreuung eigenverantwortlich organisieren, sollen bis 2028 über 200 Lehrerstellen (genauer: 247,7 Lehrkräftestellen und 33,1 Sozialpädagogenstellen) durch 377 Erzieherstellen ersetzt werden. Dies soll nach Angaben der CDU 16,5 Millionen Euro einsparen. Das Erfolgsmodell dieser Ganztagsschulen, das den gesamten Bildungstag rhythmisiert und Lehrkräfte auch außerhalb des reinen Unterrichts für Lernzeiten und individuelle Förderung einsetzt, könnte durch diese Umstellung stark beeinträchtigt werden.

Eltern und schulpolitische Sprecher, wie Sabine Ritter von der Linksfraktion Hamburg, äußern große Sorge, dass dadurch das pädagogische Konzept der Ganztagsgrundschulen „kaputtgespart“ wird und die Qualität der Angebote leiden wird. Die Elternkammer Hamburg fordert Transparenz und eine individuelle Betrachtung jeder einzelnen Schule, da pauschale Lösungen den unterschiedlichen Entwicklungen und Schwerpunkten der Hamburger Ganztagsschulen nicht gerecht würden. Angesichts dieser weitreichenden Bedenken sollen die nun beschlossenen öffentlichen Anhörungen im Schulausschuss eine wichtige Plattform für alle Beteiligten schaffen, um die geplanten Änderungen und ihre potenziellen Folgen umfassend zu diskutieren.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it