Hamburg Update

Studie zeigt Unfallrückgang bei Tempo 30 Zonen

today24. September 2026

Hintergrund
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Hamburg – Neue wissenschaftliche Erkenntnisse untermauern die positiven Auswirkungen von Tempo-30-Zonen auf die Verkehrssicherheit in Innenstädten. Eine aktuelle Metastudie der Björn-Steiger-Stiftung aus dem Jahr 2026, die in verschiedenen europäischen Städten und darüber hinaus durchgeführt wurde, deutet auf einen deutlichen Rückgang von Verkehrsunfällen, Verletzten und Getöteten hin, wo diese Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt wurde. Die Studienergebnisse zeigen, dass Tempo 30 ein effektiver Hebel zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Lebensqualität in urbanen Gebieten ist.

Die Untersuchung der Björn-Steiger-Stiftung analysierte wissenschaftliche Studien und Daten aus 13 bis 14 europäischen Städten, darunter Berlin, Graz, Helsinki, London und Zürich, sowie Toronto. Die Ergebnisse sind eindeutig: In allen untersuchten Städten nahmen die Zahlen der Unfälle, Verletzten und Getöteten ab. Konkrete Daten belegen dies eindrucksvoll: In Bologna sank die Zahl der Unfälle ein Jahr nach Einführung von Tempo 30 um 13 Prozent, die der Schwerverletzten um rund 30 Prozent und die der tödlich Verunfallten sogar um 49 Prozent. In Graz reduzierte sich die Unfallzahl innerhalb von zwei Jahren um 12 Prozent, und in Edinburgh sank die Zahl der bei Unfällen verletzten Personen innerhalb von drei Jahren um 43 Prozent. Insgesamt ging die Unfallrate um mehr als zehn Prozent zurück, Unfälle mit Personenschäden um 30 Prozent, schwere Verletzungen um fast 40 Prozent und Verkehrstote um 42 Prozent.

Ein entscheidender Faktor ist dabei die drastisch sinkende Wahrscheinlichkeit tödlicher Verletzungen bei geringeren Geschwindigkeiten. Während die Wahrscheinlichkeit für einen tödlichen Ausgang bei einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug, das etwa 24 km/h fährt, bei 3,5 Prozent liegt, steigt diese bei einer Geschwindigkeit von rund 50 km/h auf alarmierende 37 Prozent an. Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Björn-Steiger-Stiftung, betont, dass Tempo 30 sich insgesamt als wirkungsvoller Hebel für die Stadtentwicklung erweise, da es nicht nur die Verkehrssicherheit verbessert, sondern auch Emissionen und Lärmbelastung reduziert und die Lebensqualität steigert. Auch eine Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2023 bestätigt die positiven Effekte auf Lärmentlastung und Verkehrssicherheit und spricht sich für Tempo 30 als innerörtliche Regelgeschwindigkeit aus.

Entgegen häufiger Bedenken zeigen die Studien auch, dass sich die Fahrzeiten durch Tempo 30 kaum verlängern. Oft bleiben sie stabil oder nehmen nur marginal zu, in Hauptverkehrszeiten kann der Verkehr durch einen gleichmäßigeren Fluss sogar flüssiger werden, was zu Zeitersparnissen für Autofahrer führen kann. Beispielsweise zeigten GPS-Daten aus dem Vereinigten Königreich eine Verlängerung der Fahrzeiten in Wohngebieten um lediglich drei Prozent und im Stadtzentrum um fünf Prozent – dies entspricht weniger als einer Minute auf einer Strecke von acht Kilometern. Zudem tragen Tempo-30-Zonen zu einer verbesserten Luftqualität durch geringere Schadstoffemissionen und zu einer spürbaren Lärmreduktion um rund zwei bis vier Dezibel bei, was besonders nachts die Schlafqualität der Anwohner verbessert.

Die positiven Erfahrungen führen auch zu einer hohen Akzeptanz unter den Anwohnenden: Eine Befragung im Frühjahr 2025 zeigte, dass Bewohner von Tempo-30-Straßen nicht zu Tempo 50 zurückkehren möchten. Seit 2024 haben Städte und Gemeinden in Deutschland zudem mehr Spielraum, Tempo-30-Zonen einzurichten. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) stellte in einer im September 2026 aktualisierten Studie fest, dass auch gezielt angeordnete Tempo-30-Abschnitte auf innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen die Sicherheit deutlich erhöhen können, indem sie die Zahl der Unfälle mit Verunglückten um ein Sechstel und die schweren Unfälle um mehr als die Hälfte reduzieren, selbst wenn sich nicht alle an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Dieser Effekt wird auf eine erhöhte Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer zurückgeführt. Die Björn-Steiger-Stiftung fordert daher bundesweit Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften sowie grundsätzlich an hochfrequentierten Schulwegen und vor Zebrastreifen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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