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ADAC fordert Abschaffung der „12-Uhr-Regel“ für Spritpreise

today23. September 2026 1

Hintergrund
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Der ADAC fordert die Abschaffung der sogenannten 12-Uhr-Regel an deutschen Tankstellen. Der Automobilclub kritisiert vehement, dass diese Regel, die Preisänderungen für Benzin und Diesel nur einmal täglich um 12 Uhr mittags erlaubt, nach dieser Uhrzeit oft zu „erheblichen Zusatzkosten“ für Verbraucher führt. Die Maßnahme der Bundesregierung wurde am 1. April 2026 eingeführt und sollte ursprünglich die starken Preisschwankungen im Tagesverlauf begrenzen und die Transparenz für Autofahrer erhöhen.

Nach Ansicht des ADAC hat die Regel ihr Ziel aus Verbrauchersicht jedoch nicht erreicht und sei stattdessen gescheitert. ADAC-Verkehrspräsident Peter König betonte, dass die hohen Zusatzkosten für diejenigen, die nach 12 Uhr tanken müssen, in keiner Weise zu rechtfertigen seien. Analysen des Automobilclubs zeigen, dass die Preisunterschiede innerhalb eines Tages seit Einführung der Regel sogar ein neues Rekordniveau erreicht haben und die Durchschnittspreise tendenziell höher ausfallen. Das Tanken ist demnach am günstigsten am Vormittag, kurz vor der Preiserhöhung um 12 Uhr, während die Preise danach bis in die Abendstunden systematisch ansteigen.

Diese Kritik wird von weiteren wissenschaftlichen Institutionen geteilt. So kam das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bereits kurz nach Einführung der Regel zu dem Schluss, dass die einmalige tägliche Preiserhöhung zu höheren Durchschnittspreisen führen könne. Auch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung bewertete die Maßnahme negativ. Eine Studie stellte fest, dass die Regel die Gewinnmargen der Mineralölindustrie erhöhte, wobei die Margen für Superbenzin in den ersten Wochen um durchschnittlich sechs Cent pro Liter höher lagen.

Das Bundeskartellamt überwacht die Einhaltung der 12-Uhr-Regel und stellte fest, dass die Regelung die massive Zahl der Preisänderungen pro Tag – die zuvor bis zu 50 betragen konnte – beendet hat. Präsident Andreas Mundt räumte jedoch ein, dass ein preisdämpfender Effekt kurzfristig nicht eingetreten sei und eine langfristige Bewertung noch ausstehe. Zudem wurden Tausende Verstöße gegen die Regel registriert: Eine Auswertung zeigte, dass fast jede fünfte Tankstelle (rund 3.000 von 15.240) die Preise zu unzulässigen Zeiten erhöhte. Tankstellenbetreiber führen dies auf technische Probleme bei der Datenübermittlung zurück.

Angesichts der empirischen Ergebnisse und der breiten Kritik, auch vom ADAC-Verkehrspräsidenten Peter König, scheint die 12-Uhr-Regel die gewünschten Effekte für Verbraucher verfehlt zu haben. Statt der beabsichtigten Entlastung und Transparenz führt die Regulierung nach Ansicht der Kritiker zu höheren Kosten für Autofahrer, insbesondere am Nachmittag, und begünstigt unerwünschte Preisentwicklungen im Tagesverlauf.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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