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UNHCR warnt vor massiver Zunahme Vertriebener im Jemen

today23. September 2026 1

Hintergrund
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Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR schlägt Alarm angesichts einer prognostizierten massiven Zunahme von Vertriebenen im Jemen. Die Organisation rechnet damit, dass bis zum Jahresende, also innerhalb der nächsten drei Monate, bis zu 230.000 Menschen im Bürgerkriegsland neu vertrieben werden könnten. Dies würde die ohnehin katastrophale humanitäre Lage weiter verschärfen und stellt die Hilfsorganisationen vor immense Herausforderungen.

Bereits seit Anfang September dieses Jahres sind über 130.000 Menschen vor dem Vormarsch der pro-iranischen Huthi-Miliz auf der Flucht. Die Miliz ist in den vergangenen Wochen in den Süden des Landes vorgerückt und hat dabei auch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab an der Rotmeerküste eingenommen, wodurch sie nun die gesamte Westküste des Jemen kontrolliert. Das Epizentrum der aktuellen Krise ist laut UNHCR die Provinz Taiz, wo über 60 Prozent der jüngsten Binnenvertreibungen registriert wurden. Auch in Hudaydah, Abyan und Ma’rib sind die Kämpfe und Vertreibungen intensiv.

Der Jemen befindet sich seit zehn Jahren in einer der schwersten humanitären Krisen weltweit. Schon vor der jüngsten Eskalation waren rund 4,8 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben. Insgesamt sind 22 Millionen Menschen, was fast der Hälfte der Bevölkerung entspricht, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als 18 Millionen Menschen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit, wobei 5,8 Millionen Menschen von einem extremen Hungerniveau betroffen sind. Besonders Kinder sind stark betroffen; UNICEF warnt, dass über 12 Millionen Kinder in Gefahr sind, und allein im September wurden über 57.000 Kinder vertrieben. Die öffentliche Infrastruktur, einschließlich Krankenhäuser und Schulen, ist durch die anhaltenden Konflikte und die steigende Zahl der Vertriebenen massiv überlastet.

Die Hilfsorganisationen stehen unter enormem Druck. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) berichtet, dass die Zahl der Vertriebenen schneller wächst, als sie in Echtzeit erfasst werden kann. Viele Familien fliehen unter Beschuss, oft nachts und mit minimalem Hab und Gut. Gleichzeitig versuchen Tausende, über den Golf von Aden nach Dschibuti zu entkommen. Bereits über 3.000 Menschen sind dort angekommen, und das UNHCR rechnet damit, dass diese Zahl in den nächsten sechs Monaten auf über 10.000 ansteigen könnte. Die Vereinten Nationen appellieren dringend an die internationale Gemeinschaft, da viele Hilfspläne für den Jemen bisher weniger als 20 Prozent der benötigten Finanzierung erhalten haben.

Die Situation im Jemen bleibt extrem instabil, und die Auswirkungen der neuen Vertreibungswelle sind verheerend. Viele der Vertriebenen, darunter unzählige Frauen und Kinder, leben in überfüllten provisorischen Unterkünften oder im Freien, oft ohne Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen oder medizinischer Versorgung. Die anhaltende Gewalt und der wirtschaftliche Zusammenbruch, gepaart mit den Folgen des Klimawandels wie Dürren und Überschwemmungen, lassen die Hoffnung auf eine baldige Besserung schwinden.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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