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Der einsame Kampf Saudi-Arabiens gegen die Huthi-Milizen in der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab spitzt sich dramatisch zu. Die jemenitischen Rebellen haben in den vergangenen Wochen die Kontrolle über entscheidende Inseln wie Mayyun (Perim) und Küstengebiete, darunter die Hafenstadt Mokha, vollständig übernommen und beherrschen damit die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer. Dieser rasante Feldzug bedroht massiv die wichtigen Ölhandelsrouten des Königreichs und hat weitreichende Konsequenzen für die globale Schifffahrt und Energieversorgung.
Die Meerenge Bab al-Mandab, auch als „Tor der Tränen“ bekannt, ist ein entscheidendes Nadelöhr des Welthandels und verbindet den Indischen Ozean mit dem Roten Meer und dem Suezkanal. In normalen Zeiten passieren etwa zehn Prozent des weltweiten Seehandels und 30 Prozent des globalen Containerverkehrs diese Passage. Ihre Bedeutung hat durch die weitreichende Blockade der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Krieges noch zugenommen, da Saudi-Arabien einen Teil seiner Ölexporte über das Rote Meer umleitet. Analysten sehen die globale Wirtschaft und die Ölpreise unter massivem Druck, wobei der Preis für Rohöl der Sorte Brent bereits zeitweise fast 110 US-Dollar pro Barrel erreichte. Deutschland ist von dieser Route stark abhängig, da annähernd ein Zehntel der deutschen Importe im Jahr 2023 über das Rote Meer abgewickelt wurde.
Trotz der akuten Bedrohung scheint Saudi-Arabien, wie aus Berichten hervorgeht, in seinem direkten militärischen Kampf gegen die Huthi-Milizen weitgehend isoliert zu sein. Obwohl Saudi-Arabien Luftangriffe auf Huthis-Stellungen durchführt, wurde die Bitte von Kronprinz Mohammed bin Salman um direkte militärische Hilfe von US-Präsident Donald Trump abgelehnt, der sich auf den Konflikt mit dem Iran konzentrieren will. Die USA bieten zwar Geheimdienstinformationen und Unterstützung bei der Zielerfassung, beteiligen sich aber nicht direkt an Luftangriffen. Die Huthi-Miliz hat zudem erklärt, amerikanische Schiffe nicht anzugreifen, sofern sich andere Länder nicht militärisch auf die Seite Riads stellen. Im Juli 2026 kündigte Saudi-Arabien zwar eine 14-nationale Militärallianz zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer an, doch die jüngsten Entwicklungen unterstreichen die weiterhin bestehende Herausforderung für Riad.
Die Huthi-Milizen, die als Verbündete Irans gelten und Teil des größeren geopolitischen Konflikts zwischen den USA und dem Mullah-Regime in Teheran sind, nutzen ihre neue Position zur Durchsetzung politischer Ziele. Ihre Aktionen werden auch mit der Solidarität mit den Palästinensern im Gaza-Krieg und der Forderung nach einem Waffenstillstand im Konflikt zwischen Israel und der Hamas in Verbindung gebracht. Sie wollen ihre Herrschaft in Sanaa sichern und international als legitime Regierung anerkannt werden, wobei die Kontrolle über die Meerenge ihren politischen und militärischen Einfluss ausbauen könnte.
International stößt die Eskalation auf große Besorgnis. Der UN-Sicherheitsrat hat in Dringlichkeitssitzungen die Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien und die internationale Schifffahrt scharf verurteilt und ein sofortiges Ende der militärischen Eskalation gefordert. Er bekräftigte die Wichtigkeit der Einhaltung des Völkerrechts und der freien Schifffahrt und sicherte Saudi-Arabien das Recht auf Selbstverteidigung zu. Auch Ägypten und Jordanien haben vor der Bedrohung gewarnt und die freie Schifffahrt in Bab al-Mandab angemahnt. Die anhaltenden Gefechte und der rasante Vormarsch der Huthi haben zudem eine schwere humanitäre Krise ausgelöst: Seit Anfang September wurden im Jemen schätzungsweise über 125.000 Menschen zur Flucht gezwungen.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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