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Al-Obeid im Sudan ist weiterhin Schauplatz einer sich zuspitzenden humanitären Katastrophe. Die RSF-Miliz hat die strategisch wichtige Stadt im Bundesstaat Nordkordofan weiterhin eingekesselt und von der grundlegenden Versorgung abgeschnitten. Die Bevölkerung leidet unter schweren Engpässen bei Lebensmitteln und Trinkwasser, während sich Krankheiten wie die Cholera rasch ausbreiten. Bereits Anfang Juli 2026 hatte die UNO vor einer „Katastrophe“ in der Stadt gewarnt, die seit nunmehr 18 Monaten unter „belagerungsähnlichen Bedingungen“ lebt.
Die humanitäre Lage verschärft sich täglich, wobei insbesondere die Cholera-Epidemie die Bewohner von Al-Obeid schwer trifft. Der Ausbruch wird durch die erheblichen Schäden an Gesundheitseinrichtungen und sanitärer Infrastruktur sowie durch die Regenzeit und schlechte hygienische Bedingungen in den Flüchtlingslagern noch verstärkt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete Anfang Juli 2026 von 120 Cholera-Todesfällen und über 1.100 Verdachtsfällen im Sudan seit Mai, wobei die Ausbreitung in Nordkordofan Anlass zu besonderer Sorge gibt. Hinzu kommt eine alarmierende Zunahme der Mangelernährung, von der insbesondere Kinder betroffen sind, und Schätzungen zufolge sind landesweit 825.000 Kinder unter fünf Jahren von schwerer akuter Mangelernährung bedroht. Etwa 40 Prozent der Gesundheitseinrichtungen in Al-Obeid sind inzwischen außer Betrieb.
Die anhaltenden und als „unerbittlich“ beschriebenen Drohnenangriffe der RSF verschlimmern die Situation zusätzlich. Sie zielen auf militärische und zivile Ziele, darunter Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und wichtige Infrastruktur wie Tankstellen und Stromversorger, und beeinträchtigen massiv die Versorgung mit lebenswichtigem Trinkwasser und Elektrizität. Allein zwischen Januar und Juni 2026 wurden bei Drohnenangriffen in der Region Kordofan mindestens 1.200 Zivilisten getötet oder verletzt. Jüngst, am 20. September 2026, wurden bei RSF-Drohnenangriffen auf Wohngebiete in Al-Obeid mindestens zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Die Vereinten Nationen befürchten, dass Al-Obeid ein ähnliches Schicksal erleiden könnte wie El Fasher in Darfur, wo es zu massiven Gräueltaten kam.
In der Stadt sind rund eine halbe Million Menschen eingeschlossen, darunter über 100.000 Binnenvertriebene, die zuvor bereits vor Gewalt und Hunger geflohen waren. Im August 2026 wurden weitere 31.000 Menschen in die Stadt vertrieben, was den Druck auf die bereits überlasteten Dienstleistungen und die Aufnahmegemeinschaften weiter erhöht. Obwohl humanitäre Organisationen der UN ihre Hilfsmaßnahmen verstärkt haben, um sicheres Trinkwasser, Lebensmittel und medizinische Güter zu liefern, erschweren die anhaltende Unsicherheit und die Angriffe auf Hilfslieferungen den Zugang erheblich. Ein UNHCR-Lastwagen mit Hilfsgütern wurde am 1. Juli 2026 bei einem Drohnenangriff zerstört.
Die Eskalation in Al-Obeid ist Teil des umfassenderen Bürgerkriegs im Sudan, der im April 2023 zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) ausbrach. Dieser Konflikt hat die weltweit schwerste humanitäre Krise ausgelöst, mit Zehntausenden Toten, Millionen Vertriebenen und über 30 Millionen Menschen, die dringend humanitäre Hilfe benötigen. Al-Obeid, als Hauptstadt Nordkordofans, ist ein entscheidender Militär- und Handelsstützpunkt, der die Regionen Darfur und Kordofan mit dem Rest des Landes verbindet, was seine strategische Bedeutung im Konflikt unterstreicht.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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