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Hamburger Gastronomiepreise steigen trotz gesenkter Mehrwertsteuer
Hamburg belegt weiterhin einen Spitzenplatz bei Preiserhöhungen in der Gastronomie, wie eine aktuelle Studie der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zeigt. Die zu Jahresbeginn 2026 in Kraft getretene Absenkung der Mehrwertsteuer auf Restaurantspeisen von 19 auf sieben Prozent hat die steigenden Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher offenbar nicht gedämpft.
Die bundesweite Untersuchung, die vom Beratungsunternehmen wmp consult im Auftrag der NGG durchgeführt wurde, analysierte die Preise von rund 180.000 Gerichten in über 12.000 Restaurants. Das Ergebnis ist ernüchternd für Gäste, die auf günstigere Restaurantbesuche gehofft hatten: Lediglich etwa ein Prozent der untersuchten Speisen wurde günstiger. Bei der überwiegenden Mehrheit, nämlich 91 Prozent, blieben die Preise unverändert, während rund acht Prozent der Gerichte sogar teurer wurden. Im Durchschnitt stiegen die Preise um 0,5 Prozent. Besonders häufig waren Preisanstiege bei Bowls, Schnitzeln und Steaks zu verzeichnen. In Hamburg und Bremen sowie in den meisten westlichen Bundesländern wurden laut Studie im Schnitt mehr Preissteigerungen festgestellt als im Osten Deutschlands.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) verteidigt die Gastronomen und weist darauf hin, dass drei Viertel (73,4 Prozent) der Betriebe ihre Preise trotz massiv gestiegener Kosten stabil halten konnten. Als Gründe für die ausbleibende Weitergabe der Steuersenkung an die Gäste werden erheblich gestiegene Betriebskosten genannt, darunter höhere Ausgaben für Energie, Mieten, Personal und den Wareneinsatz. Auch die geplante Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro trägt zum Kostendruck bei. Gastronomen betonen, dass die Steuersenkung primär dazu dient, die Betriebe zu stabilisieren und Schließungen sowie Personalabbau zu verhindern.
Die NGG kritisiert zudem, dass das sogenannte „Steuergeschenk“ auch nicht bei den Beschäftigten der Branche angekommen sei. Das Gastgewerbe zählt zu den größten Niedriglohnbereichen in Deutschland, und die Gewerkschaft fordert, dass die Betriebe die Entlastung für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen nutzen. Eine Umfrage unter mehr als 2.100 Beschäftigten offenbarte zudem eine hohe Arbeitsbelastung, wobei fast die Hälfte bis zu zehn Stunden täglich arbeitet und ein Fünftel sogar zwischen zehn und vierzehn Stunden. Dies führt dazu, dass 71 Prozent der Befragten einen Branchenwechsel in Betracht ziehen.
Die fehlende Entlastung für die Verbraucher spiegelt sich auch im Konsumverhalten wider. Eine YouGov-Umfrage vom März 2026 ergab, dass 72 Prozent der Befragten Essengehen trotz Steuersenkung weiterhin als zu teuer empfinden. Infolgedessen gaben 38 Prozent der Konsumenten an, im Januar und Februar 2026 seltener gastronomische Angebote genutzt zu haben als im Vorjahreszeitraum. Die aktuelle Situation stellt somit sowohl die Gastronomiebetriebe als auch die Verbraucher vor weiterhin große Herausforderungen.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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