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Kritik am HHLA-Verkauf: Hamburg soll Anteile unter Wert veräußert haben

today18. September 2026 3

Hintergrund
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Die Kritik am Verkauf von Anteilen des Hamburger Hafenbetreibers HHLA an die Schweizer Reederei MSC hält an: Es wird der Vorwurf erhoben, dass die Stadt Hamburg ihre Anteile zu günstig veräußert habe. Die Linke und ein Hafenexperte werfen der Stadt vor, bei der Transaktion weniger eingenommen zu haben, als möglich gewesen wäre. Konkret wird der vereinbarte Preis von 16,75 Euro pro Aktie, der sich für die städtischen HHLA-Anteile auf knapp 233 Millionen Euro beläuft, als viel zu niedrig kritisiert. Gunter Bonz, der frühere Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, äußerte sich deutlich und erklärte gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“, dass MSC den Senat „nach Strich und Faden über den Tisch gezogen“ habe. Bonz betonte, die HHLA sei weitaus mehr wert, allein die Bahntochter Metrans schätze er auf zwei Milliarden Euro.

Diese Einschätzung teilt auch die CDU-Opposition, die aufgrund der vermuteten Unterbewertung bereits Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingelegt hat. Der hafenpolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Götz Wiese, bekräftigte, dass Staatsvermögen nicht unter Wert verkauft werden dürfe. Wiese kritisierte zudem, dass es von Anfang an Bedenken hinsichtlich eines zu günstigen Verkaufspreises gegeben habe und bemängelte das Fehlen eines strukturierten Bieterverfahrens sowie einer transparenten Ermittlung des Marktpreises. Die Bewertung der Aktien sei ausschließlich am Aktienkurs der letzten drei Monate zuzüglich einer Übernahmeprämie erfolgt, ohne Berücksichtigung unabhängiger Experten und nach anerkannten Grundsätzen der Wirtschaftsprüfer. Tatsächlich gebe es Schätzungen, die die HHLA mit 2,8 Milliarden Euro bewerten, während der Senat ein Verkehrswertgutachten bislang ablehnt.

Die Kritik beschränkt sich nicht allein auf politische Akteure. Auch andere Sachverständige und zahlreiche Hamburger Bürgerinnen und Bürger, darunter Hafenarbeiter, Betriebsräte und Gewerkschafter, haben in öffentlichen Anhörungen und Demonstrationen erhebliche Zweifel am Deal geäußert. Experten warnten vor einem faktischen Kontrollverlust Hamburgs über die HHLA, obwohl die Stadt eine Mehrheit von 50,1 Prozent behalten soll. Die Art und Weise der Verhandlungen, die zunächst geheim und ohne Einbindung des HHLA-Vorstands stattfanden, wurde ebenfalls scharf kritisiert, da dies den Aktienkurs künstlich niedrig gehalten haben könnte.

Der rot-grüne Senat verteidigt die strategische Partnerschaft mit der weltgrößten Reederei MSC hingegen als wegweisend und notwendig für die Zukunftsfähigkeit des Hamburger Hafens. Bürgermeister Peter Tschentscher betonte, dass die Transaktion die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens stärken und die dringend benötigten Investitionen sichern solle, die die Stadt allein nicht stemmen könne. Im Gegenzug für den Anteilserwerb hat sich MSC dazu verpflichtet, ihr Ladungsaufkommen an den HHLA-Terminals bis 2031 auf eine Million TEU pro Jahr zu steigern und eine neue Deutschlandzentrale in der Hafencity zu errichten. Zudem werden MSC und die Stadt das Eigenkapital der HHLA gemeinsam um 450 Millionen Euro erhöhen.

Trotz der anhaltenden und vielfältigen Kritik wurde der Deal Ende 2024 nach Zustimmung der Hamburgischen Bürgerschaft sowie der Europäischen Kommission und der ukrainischen Fusionskontrollbehörde endgültig abgeschlossen. Dieser Schritt führte letztlich dazu, dass der Teilkonzern Hafenlogistik der HHLA im Juni 2026 nach fast 19 Jahren von der Börse genommen wurde. Diese Zwangsabfindung der verbliebenen Kleinaktionäre stieß auf Empörung, da viele von ihnen beim Börsengang 2007 noch zu einem Preis von 53 Euro eingestiegen waren und den aktuellen Angebotspreis von 16,75 Euro als „schäbig“ empfanden. Aktionärsvertreter sprachen vom Ende der „Bürger-HHLA“ und warfen Fragen zur Kontrolle kritischer Infrastruktur auf.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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