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Protest gegen Circus Krone in Hamburg

today17. September 2026 11

Hintergrund
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Tierschutz-Aktivisten sind heute auf das Zelt des Circus Krone auf dem Heiligengeistfeld geklettert, während der Zirkus am Abend seine Premierenvorstellung gibt. Der Circus Krone steht immer wieder wegen seines Umgangs mit Tieren in der Kritik. Der Vorfall auf dem Zelt führte zu einer Auseinandersetzung zwischen den Aktivisten und Zirkusmitarbeitern.

Am heutigen Donnerstagmittag drangen drei Aktivisten der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ auf das Gelände des Circus Krone ein. Ihr Ziel war es offenbar, ein Banner auf dem Zeltdach zu entrollen, um gegen die Tierhaltung des Zirkus zu protestieren. Gegen 13.12 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert, nachdem Zirkusmitarbeiter die Aktivisten bemerkt und diese bis in eine Höhe von etwa 15 Metern verfolgt hatten. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der einer der Aktivisten verletzt und in einem Rettungswagen behandelt werden musste. Die Polizei nahm wechselseitige Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung auf. Unabhängig davon hatte der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV) bereits zu einer friedlichen Demonstration unter dem Motto „Haltet ihnen den Spiegel vor“ anlässlich der Premiere aufgerufen, die um 17 Uhr vor dem Haupteingang stattfinden soll.

Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten, PETA und der Deutsche Tierschutzbund kritisieren seit Langem die Haltung und Dressur von Wildtieren wie Löwen, Tigern, Pferden und Kamelen in Zirkussen. Sie argumentieren, dass die artgerechte Haltung in einem Zirkus aufgrund häufiger Transporte, begrenzter Platzverhältnisse und der Anforderungen der Auftritte unmöglich sei. Neue Foto- und Videoaufnahmen, die Vier Pfoten Ende August 2026 während eines Gastspiels in Hannover erhalten und ausgewertet hat, sollen Tiere zeigen, die Stress, Unsicherheit oder Abwehr gegenüber den Trainer:innen demonstrieren, und verdeutlichen, dass Peitschen zum Einsatz kommen. Die Organisationen betonen, dass Tiere nicht freiwillig unnatürliche Kunststücke ausführen und die Dressur oft auf Zwang basiert.

Der Circus Krone weist die grundsätzliche Kritik an seiner Tierhaltung jedoch zurück. Der Zirkus erklärt, verantwortungsvoll mit seinen Tieren umzugehen und regelmäßig von unabhängigen Behörden kontrolliert zu werden. Zirkusdirektor Lacey hatte in der Vergangenheit geäußert, selbst Tierschützer zu sein, aber die Aktionen von Tierrechtlern als „viel zu weit“ gehend kritisiert. Die Premierenvorstellung soll trotz der Proteste wie geplant stattfinden.

Die Debatte um Wildtiere im Zirkus ist in Hamburg und deutschlandweit virulent. Obwohl die Hansestadt sich politisch seit Jahren gegen Wildtiere im Zirkus positioniert und Initiativen für ein bundesweites Verbot unterstützt hat, werden die Flächen auf dem Heiligengeistfeld weiterhin für Zirkusse mit Wildtieren vergeben. Deutschland ist zudem das einzige EU-Mitgliedsland, das bis heute keinerlei nationale Regelung für Wildtiere im Zirkus verabschiedet hat, obwohl eine breite Bevölkerungsmehrheit und Experten ein Verbot fordern und viele andere europäische Länder bereits Beschränkungen oder Verbote umgesetzt haben. Mehrere Anläufe für ein Wildtierverbot in Deutschland sind in den letzten Jahren gescheitert.

Symbolbild – Foto: Imam Efendi / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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