Hamburg Update

Umfrage zur Sicherheit im Norden

today17. September 2026 4

Hintergrund
share close

Das Sicherheitsempfinden im Norden Deutschlands gibt Anlass zur Sorge: Eine aktuelle Umfrage von #NDRfragt zeigt, dass sich ein Drittel der Befragten in der Region unsicher fühlt. Als Hauptgefahren werden dabei Cyberangriffe, Attacken auf physische Infrastruktur sowie Rechtsextremismus genannt. Diese regionalen Bedenken spiegeln einen breiteren Trend wider, denn auch bundesweit fühlt sich ein signifikanter Teil der Bevölkerung im öffentlichen Raum unsicher.

Laut dem Deutschlandtrend vom Juli 2024 gaben 40 Prozent der Deutschen an, sich in öffentlichen Räumen wie Plätzen, Straßen, Parks oder in öffentlichen Verkehrsmitteln eher oder sehr unsicher zu fühlen. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Wert von 23 Prozent im Januar 2017 dar. Insgesamt fühlen sich zwar 75 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sicher, doch ein Viertel gibt an, sich weniger oder gar nicht sicher zu fühlen. Besonders Frauen (43 Prozent) und jüngere Erwachsene zwischen 35 und 49 Jahren (47 Prozent) äußern ein erhöhtes Unsicherheitsgefühl. Als Gründe für eine wahrgenommene Verschlechterung der inneren Sicherheit in den letzten zehn Jahren werden von den Befragten unter anderem unkontrollierte Migration, zunehmende Kriminalität und ein aggressiveres gesellschaftliches Klima genannt.

Die Sorge vor Cyberangriffen ist angesichts der aktuellen Entwicklungen nachvollziehbar. Cyberattacken haben ein enormes Schadenspotenzial, können Wirtschaftsunternehmen existenzbedrohend sein und bei Angriffen auf kritische Infrastrukturen dramatische Auswirkungen auf die Bevölkerung haben. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte im September 2026 nach einem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung, bei dem 1,4 Millionen Dateien gestohlen wurden, vor einer erhöhten Bedrohungslage. Im August 2026 stieg die Zahl der wöchentlichen Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen laut Check Point Research um 53 Prozent. Eine Studie von G-Data aus dem September 2026 zeigt zudem, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer mit einer Zunahme KI-gestützter Cyberangriffe rechnen, da Künstliche Intelligenz die gesamte Angriffskette abdecken könnte.

Auch die Bedrohung durch Angriffe auf die physische Infrastruktur ist real und wächst. Deutschland will seine kritische Infrastruktur besser schützen, da „kaum ein Tag vergeht“, ohne dass über Schäden berichtet wird. Jüngste Vorfälle umfassen brennende Umspannwerke in Reutlingen und Berlin sowie Sprengsätze nahe einer Anlage in Görlitz. Im September 2026 sorgten mehrere Angriffe auf Höchstspannungsleitungen und Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen für eine Debatte über gefährliche Lücken in der Stromversorgung. Das Bundeskriminalamt registrierte bis Ende August 2026 über 165 Sabotageverdachtsfälle und 747 Drohnenvorfälle über kritischen Infrastrukturen. Diese Angriffe können darauf abzielen, die Bevölkerung zu verunsichern.

Der Rechtsextremismus bleibt indes die größte Bedrohung für die Demokratie in Deutschland, wie der Verfassungsschutz in seinem Bericht für 2025 (veröffentlicht im Juni 2026) festhielt. Das Personenpotenzial im Rechtsextremismus ist auf 58.700 Personen gestiegen, darunter tausende gewaltorientierte Individuen. Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sind typische Merkmale dieser Ideologie, die dem gesellschaftlichen Zusammenhalt entgegenstehen. Eine Studie vom November 2025 ergab, dass 70 Prozent der Befragten Rechtsextremismus als Bedrohung für Deutschland sehen. Die Bundesregierung begegnet dieser Bedrohung mit entschlossenen repressiven und präventiven Maßnahmen, um rechtsextremistische Netzwerke zu zerschlagen und die Demokratie zu stärken.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort