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In der Hamburger Hafencity wurde kürzlich die Baustelle eines wegweisenden Null-Emissions-Hauses besucht. Das zukünftige Bürogebäude, das sich im Kreuzungsbereich San-Francisco-Straße/Am Dalmannkai in der westlichen HafenCity befindet und eine letzte städtebauliche Lücke schließt, hat das ambitionierte Ziel, mehr Energie zu produzieren, als es für seinen Betrieb verbraucht. Dieses Projekt, das von der HafenCity Hamburg GmbH als Bauherrin realisiert wird, nimmt mit seinem Nachhaltigkeitskonzept europaweit eine Pionierrolle ein.
Das „Null-Emissionsbürogebäude HafenCity, Hamburg“ strebt nicht nur eine positive Energiebilanz im Betrieb an, sondern soll über den gesamten Lebenszyklus – von der Errichtung über den Betrieb bis hin zu einem potenziellen Rückbau und der Entsorgung – bilanziell CO2-neutral sein. Die Planung erfolgt nach dem sogenannten „Cradle-to-Cradle“-Prinzip, welches die Materialherkunft, den späteren Gebäudebetrieb sowie die zukünftige Rückbau- und Weiterverwendung von Baustoffen von Anfang an berücksichtigt. Federführend bei der Architektur ist das Büro Heinle Wischer und Partner aus Berlin, deren innovativer Entwurf sich in einem Wettbewerb durchsetzen konnte.
Zu den Besonderheiten des Gebäudes gehört die Konstruktion über dem Erdgeschoss, die als modulares Holzgebäude angelegt ist. Holz wurde hierbei aufgrund seiner guten Eignung für die Kreislaufwirtschaft und Emissionsneutralität gewählt. Eine großflächige Fassadenbegrünung und eine zu über 50 Prozent begrünte Dachfläche sollen zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen. Zusätzlich wird die Südfassade und Dachfläche mit Photovoltaikmodulen zur Solarenergiegewinnung ausgestattet. Das Konzept beinhaltet zudem die Nutzung von Geothermie und setzt auf umweltfreundliche Mobilität, indem es keine Pkw-Stellplätze vorsieht, dafür aber bis zu 150 Fahrrad-Stellplätze anbietet.
Das Projekt zeichnet sich durch eine ganzheitliche Planung aus, bei der Disziplinen wie Architektur, Haustechnik und Bauphysik eng zusammenarbeiten und Building Information Modeling (BIM) als „digitaler Zwilling“ des Null-Emissionshauses zum Einsatz kommt. Es soll als maßstabsetzendes Vorbild für künftige Grundstücksentwicklungen in der HafenCity und darüber hinaus dienen. Das Gebäude wird teilweise als Unternehmenssitz der HafenCity Hamburg GmbH genutzt und teilweise vermietet, wobei die Erdgeschosslagen attraktive Nutzungen wie Ladeneinheiten, Ausstellungsflächen oder Dienstleistungen für die Öffentlichkeit vorsehen. Im Jahr 2021 wurde das Projekt bereits mit dem Green-BIM Award in der Kategorie „Entwickeln & Planen“ ausgezeichnet.
Aktuellen Informationen zufolge verzögert sich die ursprünglich für 2024 geplante Fertigstellung des Gebäudes am Westfield-Überseequartier bis voraussichtlich September 2027. Zudem steigen die ursprünglich veranschlagten Baukosten von 39 Millionen Euro auf nunmehr 64 Millionen Euro an, was ein Plus von rund 25 Millionen Euro beziehungsweise 64 Prozent darstellt. Gründe hierfür sind unter anderem zeitweise unterbrochene Rammarbeiten wegen Lärmbeschwerden, die Notwendigkeit, ursprünglich vorgesehene sibirische Lärche durch dänisches Holz zu ersetzen, sowie technische Probleme. Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Null-Emissions-Haus ein wichtiges Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen in Hamburg.
Symbolbild – Foto: Gustavo Fring / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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