Hamburg Update

CDU fordert bessere Kooperation gegen häusliche Gewalt

today10. September 2026 12

Hintergrund
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Die Hamburger CDU fordert eine verbesserte Zusammenarbeit der Behörden im Kampf gegen häusliche Gewalt. Ein entsprechender Antrag für die bevorstehende Bürgerschaftssitzung sieht eine engere Vernetzung von Polizei, Jugendhilfe und Frauenhäusern vor. Das Ziel dieser Initiative ist es, Betroffenen effektiver und schneller Hilfe zukommen zu lassen.

Die Notwendigkeit einer solchen Kooperation wird durch alarmierende Zahlen untermauert: Die häusliche Gewalt nimmt in Hamburg zu. Für das Jahr 2023 verzeichnete die Kriminalstatistik Hamburg insgesamt 3.597 Fälle von Partnergewalt, was eine Zunahme von 120 Fällen im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Im Jahr 2024 wurden in Hamburg 4.695 Fälle vorsätzlicher Körperverletzung in Partnerschaften registriert, wobei in rund 70 Prozent der Fälle Frauen die Opfer waren. Die Anzahl der Frauen, die von ihrem Partner oder Ex-Partner schwer oder gefährlich verletzt wurden, hat in Hamburg im Jahr 2024 gegenüber 2023 zugenommen. Bundesweit stiegen die Fallzahlen häuslicher Gewalt im Jahr 2023 um 6,5 Prozent auf 256.276 Opfer, von denen 70,5 Prozent weiblich waren.

Trotz dieser hohen Fallzahlen zeigt eine Studie des Bundeskriminalamtes (BKA) aus dem Frühjahr 2026, dass nur etwa zehn Prozent der Betroffenen von häuslicher Gewalt die Polizei einschalten; bei Partnergewalt liegt die Anzeigequote sogar unter fünf Prozent. Dies bedeutet, dass ein Großteil der Gewalt im Verborgenen bleibt. Ein integriertes Lagebild zu Gewalt gegen Frauen in Hamburg, das polizeiliche Daten, Zahlen von Frauenhäusern und Beratungsstellen sowie Ergebnisse aus Dunkelfeldstudien bündelt und auswertet, wurde im Dezember 2025 von der CDU-Fraktion gefordert, aber von den Regierungsfraktionen nicht zugestimmt.

Bereits bestehende Initiativen in Hamburg, wie die proaktive Interventionsstelle „intervento“, arbeiten eng mit der Polizei zusammen, um Betroffene von häuslicher Gewalt und Stalking zu beraten. Auch die Opferhilfe Hamburg engagiert sich in verschiedenen Arbeitskreisen und Netzwerken, um die professionelle Hilfe und Weitervermittlung zu verbessern. Das an der HAW Hamburg entwickelte Konzept „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ zielt darauf ab, Nachbarn, Freunde und Angehörige zur aktiven Mithilfe zu ermutigen, da sich Betroffene oft eher ihrem sozialen Umfeld anvertrauen. Ebenso berät die Beratungsstelle „Patchwork“ seit 1997 Frauen in der Metropolregion Hamburg bei häuslicher Gewalt und Stalking und ist mit dem Hamburger Hilfesystem vernetzt.

Die Forderung nach besserer Kooperation fügt sich in einen breiteren nationalen Kontext ein. Das Deutsche Institut für Menschenrechte forderte bereits im Juli 2023 die rasche Umsetzung der Istanbul-Konvention und eine Stärkung von Prävention, Intervention, Schutz und Strafverfolgung. Auch die Frauenhauskoordinierung e.V. mahnt im Oktober 2025 einen bedarfsgerechten Ausbau des Hilfesystems, die Sicherstellung des Gewaltschutzes in familiengerichtlichen Verfahren und verstärkte Weiterbildungen für Polizei und Justiz an. Eine engere und abgestimmtere Zusammenarbeit aller relevanten Akteure ist daher entscheidend, um den steigenden Zahlen häuslicher Gewalt entgegenzuwirken und Opfern in Hamburg die dringend benötigte Unterstützung zukommen zu lassen.

Symbolbild – Foto: Julia M Cameron / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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