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Russisches Fake News löst Streit zwischen Tschechien und Polen aus

today2. September 2026 1

Hintergrund
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Ein jüngster Vorfall hat erneut die Gefahr russischer Desinformation in Europa deutlich gemacht: Offenbar durch eine komplexe und koordinierte russische Desinformationskampagne wurde ein Streit zwischen Tschechien und Polen über angebliche polnische Gebietsansprüche an Tschechien ausgelöst. Was zunächst als ernsthafte Forderung galt, stellte sich mittlerweile als frei erfunden heraus, wobei die Berichte kurzzeitig für diplomatische Spannungen gesorgt hatten. Hinter der Provokation stehen nach Einschätzung von Experten wahrscheinlich russische Geheimdienste.

Die Kampagne nutzte verschiedene Taktiken, um Misstrauen zu säen. Dazu gehörten die Verbreitung eines angeblich offiziellen diplomatischen Dokuments, das polnische Gebietsansprüche geltend machen sollte und auf einem gefälschten Social-Media-Profil des tschechischen Botschafters in Polen, Břetislav Dančák, veröffentlicht wurde. Zudem wurden fingierte Proteste zum Schutz der Grenzen in der Region Teschener Schlesien inszeniert und Hackerangriffe durchgeführt. Auch auf einer gefälschten Webseite wurde ein Artikel publiziert, der behauptete, Bewohner des tschechischen Grenzgebiets würden aus Angst vor Landverlust massenhaft Immobilien verkaufen. Selbst die Webseite von Radio PiK in Polen wurde Ziel einer Attacke, bei der falsche Meldungen über eine angeblich geplante Übernahme von rund 600 Hektar tschechischen Staatsgebiets durch Polen verbreitet wurden.

Ziel dieser umfassenden Desinformationskampagne ist es, die Beziehungen zwischen Warschau und Prag zu schwächen. Die russische Propaganda greift dabei teilweise auf einen historischen Territorialstreit zwischen Polen und Tschechien zurück, übertreibt diesen und konstruiert ein Narrativ der Angst vor Eigentumsverlust oder Schädigung. Der tschechische Nachrichtendienst BIS hat Russland und China bereits als die größte Gefahr bei der Verbreitung von Desinformationen in Tschechien identifiziert.

Die tschechische Nachrichtenportal „Seznam Zprávy“ hatte eine umfassende Recherche zu dieser koordinierten Kampagne veröffentlicht. Polens Außenminister Radosław Sikorski rief in den sozialen Medien zur Besonnenheit auf und betonte: „Lassen wir uns nicht entzweien“. Er wies zudem darauf hin, dass hybride Kriegsführung bereits zum Alltag gehöre und Polen seine Widerstandsfähigkeit stärken sowie vor russischer Desinformation und Manipulation in den sozialen Netzwerken warnen müsse.

Der Vorfall ist Teil einer breiteren Strategie russischer Desinformation, die darauf abzielt, Spannungen innerhalb Europas und insbesondere zwischen Verbündeten zu schüren. Experten warnen vor einer verstärkten russischen Desinformationskampagne, die Polens Sicherheitspolitik ins Visier nimmt und versucht, Misstrauen zwischen Polen und anderen westlichen Ländern, einschließlich der Ukraine, zu säen. So wies Polen auch die Behauptungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über angebliche polnische Gebietsansprüche auf die Westukraine als „falsch und völlig haltlos“ zurück.

Symbolbild – Foto: Aliaksei Lepik / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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