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US-Behörde verklagt Amazon wegen manipulativer Werbepraktiken

today1. September 2026 12

Hintergrund
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Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat zusammen mit 22 Bundesstaaten eine Klage gegen den Tech-Riesen Amazon eingereicht. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von sieben Jahren Online-Werbeauktionen manipuliert und sich dadurch zweistellige Milliardenbeträge erschlichen zu haben. Diese mutmaßlichen Wettbewerbsverstöße betreffen laut FTC nicht nur Unternehmen, die auf Amazons Plattform werben, sondern führten auch dazu, dass höhere Kosten an die amerikanischen Verbraucher weitergegeben wurden.

Die Vorwürfe konzentrieren sich auf die Funktionsweise der Werbeauktionen von Amazon. Üblicherweise zahlen Werbetreibende in einem sogenannten Zweitpreis-Auktionssystem, bei dem der Höchstbietende nur einen Cent mehr als das zweithöchste Gebot entrichtet. Amazon soll jedoch ab 2018 seine Strategie geändert und ein verdecktes „Soft Reserve“-Gebot, also ein eigenes Gebot, über dem des Zweitplatzierten platziert haben, um die Preise künstlich in die Höhe zu treiben. In fast vier von fünf Fällen soll Amazon bei Produktwerbung das volle Gebot des Erstplatzierten einkassiert und damit gegen die eigenen Regeln verstoßen haben. Diese Praxis habe Amazon nicht offengelegt, obwohl der Konzern die konkurrierenden Gebote der Händler kannte.

Interne Dokumente des Unternehmens, die in der Klageschrift zitiert werden, sollen einen „versteckten Aufschlag“ belegen. Die FTC behauptet, Amazon habe diese Fakten aktiv vor Werbetreibenden verborgen, um zu verhindern, dass diese ihre Gebote senken, und sogar falsche oder irreführende Antworten gegeben, wenn direkt nach Änderungen im Auktionsformat gefragt wurde. Das Wissen über diesen „Aufschlag“ sei intern nur einem kleinen Kreis von Amazon-Managern zugänglich gewesen. Die Manipulation sei aus Unzufriedenheit mit den bisherigen Einnahmen aus Werbeauktionen erfolgt und betrifft schätzungsweise 1,2 Millionen Werbetreibende, darunter hunderttausende kleine und mittlere Unternehmen.

FTC-Vorsitzender Andrew Ferguson äußerte sich besorgt über die weitreichenden Folgen solcher unlauteren Praktiken durch einen der weltweit größten Online-Händler. Die Klage wurde am US-Bezirksgericht für den westlichen Bezirk von Washington eingereicht und führte umgehend zu einer Reaktion am Finanzmarkt, bei der die Amazon-Aktien am Montag um rund 2,5 bis 3 Prozent nachgaben. Eine Stellungnahme von Amazon zu den schwerwiegenden Vorwürfen liegt zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vor.

Symbolbild – Foto: KATRIN BOLOVTSOVA / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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