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Deutlicher Anstieg bei erlegten Nutrias in Hamburg

today26. August 2026

Hintergrund
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Ein deutlicher Anstieg der erlegten Nutrias wurde im vergangenen Jagdjahr in Hamburg verzeichnet. Diese sprunghafte Zunahme führt dazu, dass weiterhin eine sogenannte „Schwanzprämie“ für jedes erlegte Exemplar gezahlt wird, da die Tiere Schäden anrichten.

Im jüngsten Jagdjahr, das vom 1. April 2025 bis Ende März 2026 dauerte, wurden in der Hansestadt insgesamt 4.918 Nutrias erlegt oder tot aufgefunden. Dies entspricht einem Anstieg von rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 3.510 Tiere registriert wurden. Die Zahl der erlegten Nutrias hat sich damit seit Ende März 2024, als 2.648 Tiere erfasst wurden, nahezu verdoppelt. Um die Jagd auf die invasive Art attraktiver zu machen und den Bestand einzudämmen, wurde die „Schwanzprämie“ von der Hamburger Umweltbehörde zum 1. Dezember 2025 von 7 auf 14 Euro pro erlegtem Tier verdoppelt.

Die aus Südamerika stammenden Nutrias, auch Biberratten oder Sumpfbiber genannt, sind Nachkommen entlaufener Pelztiere und gelten in Deutschland als invasive gebietsfremde Art. Sie verursachen erhebliche Schäden an Deichen und Böschungen entlang der Elbe sowie in anderen Feuchtgebieten. Durch ihre Grabtätigkeiten können sie Uferbefestigungen unterhöhlen, Grünanlagen beschädigen und die heimische Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigen. Auch Landwirte in Bergedorf berichteten bereits von Fraßschäden an ihren Ernten.

Um der wachsenden Population entgegenzuwirken, hat die Hamburger Umweltbehörde die Unterstützung für die jagdlichen Eingriffe auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Seit Dezember 2025 ist die Jagd auf Nutrias auch in den Bezirken Altona, Eimsbüttel, Hamburg-Nord und Wandsbek erlaubt, während sie zuvor hauptsächlich auf Bergedorf, Hamburg-Mitte und Harburg konzentriert war. Die Bejagung erfolgt sowohl durch Abschuss als auch mit Fallen. Die Umweltbehörde stellt hierfür Lebendfallen und elektronische Fallenmelder zur Verfügung und hat zudem die Gebühren für Schießerlaubnisse auf Nutrias für Stadtjäger erlassen.

Die starke Vermehrung der Nutrias in Hamburg wird durch mehrere Faktoren begünstigt. Die Tiere haben in der Region kaum natürliche Feinde und finden in den feuchten Gebieten ideale Lebensbedingungen vor. Milde Winter, die ein Zufrieren der Gewässer verhindern, tragen ebenfalls zu ihrem Überleben und ihrer Verbreitung bei. Zudem führt das unerlaubte Füttern der Tiere durch Menschen zu lokal hohen Populationsdichten. Angesichts der anhaltenden Problematik ruft die Umweltbehörde die Bevölkerung dazu auf, gesichtete Nutrias sowie eventuelle Schäden zu melden.

Obwohl der Jagderfolg deutlich gestiegen ist, gibt es auch politische Diskussionen über alternative Methoden zur Bestandsregulierung. So forderten Stimmen aus der Politik, wie beispielsweise von den Grünen, die Sterilisation der Tiere als primäre Maßnahme, da die Tötung das letzte Mittel sein sollte und die Sterilisation kostengünstiger sein könnte. Die Umweltbehörde hingegen betont die Notwendigkeit der Bejagung aufgrund der nachgewiesenen Schäden.

Symbolbild – Foto: Sandra Brouwer / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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