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Fifa-Chef Infantino

today19. August 2026 1

Hintergrund
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Der langjährige deutsche Fußballfunktionär Wolfgang Niersbach hat Concacaf-Chef Victor Montagliani als geeigneten Nachfolger für den amtierenden Fifa-Präsidenten Gianni Infantino ins Spiel gebracht. Dies geschieht in einer Zeit, in der Infantino selbst seine erneute Kandidatur für eine dritte Amtszeit im Jahr 2027 angekündigt hat. Bislang gibt es jedoch keinen offiziellen Gegenkandidaten, der sich für die anstehende Wahl positioniert hat.

Gianni Infantino, der seit 2016 an der Spitze des Weltfußballverbandes steht, sieht sich derzeit massiver Kritik ausgesetzt. Der Schweizer hatte Ende Juli 2026 einen Plan vorangetrieben, Anteile an den kommerziellen Rechten der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, was auf erheblichen Widerstand stieß. Die Kontroverse erreichte ihren Höhepunkt, als der Fifa-Betriebsdirektor Kevin Lamour am 17. August 2026 entlassen wurde, nachdem er Infantinos Pläne öffentlich kritisiert hatte. Zudem bestehen Zweifel an der Zulässigkeit einer weiteren Amtszeit Infantinos, da die Fifa-Statuten eine Begrenzung auf drei Amtszeiten oder zwölf Jahre vorsehen, und die Zählung seiner ersten Amtszeit umstritten ist.

In diesem Kontext rückt Victor Montagliani in den Fokus. Der Kanadier ist Präsident des nord- und mittelamerikanischen sowie karibischen Kontinentalverbandes Concacaf und zudem Vizepräsident im Fifa-Council. Wolfgang Niersbach bezeichnet Montagliani als einen „sehr fähigen Mann“. Montagliani werden Ambitionen auf das höchste Amt im Weltfußball nachgesagt, und er könnte als Nicht-Europäer auch außerhalb des Concacaf- und Uefa-Zirkels Zuspruch finden. Er hat bereits Erfahrung in der Sanierung eines in Turbulenzen geratenen Fußballverbandes und trat 2015 aktiv gegen die Wiederwahl von Sepp Blatter an.

Die nächste Fifa-Präsidentenwahl ist für den 18. März 2027 in Rabat, Marokko, angesetzt. Bis zum 18. November dieses Jahres können Kandidaten ihre Bewerbungen einreichen. Trotz der umfangreichen Kritik, die sich in Europa in Rücktrittsforderungen und der Drohung eines Boykotts von Fifa-Wettbewerben durch die UEFA manifestiert hat, warnt Niersbach davor, Infantino bereits abzuschreiben. Er betont, dass der Fifa-Chef weiterhin über Rückhalt in anderen Teilen der Fußballwelt, insbesondere in Afrika und Südamerika, verfügt und Europa allein einen Wechsel nicht herbeiführen kann. Niersbach, der Infantino bei dessen Wahl 2016 unterstützte, sieht bei Infantino eine Veränderung und ein Verlieren der „Beständigkeit und Bodenhaftung“, die ihn einst ausgezeichneten.

Symbolbild – Foto: El gringo photo / Pexels

Geschrieben von: Redaktion

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