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Migration: Zahl der Geduldeten in Deutschland steigt wieder an
Die Zahl der Menschen mit Duldung in Deutschland ist nach Angaben der Bundesregierung wieder angestiegen. Aktuell leben Ende September rund 200.000 Personen mit diesem Status im Land. Dies markiert eine Trendumkehr, nachdem die Zahlen zuvor rückläufig waren. Diese Entwicklung beobachtet RADIO REEPERBAHN Hamburg mit besonderem Interesse, da sie auch weitreichende Auswirkungen auf eine Metropole wie Hamburg hat und die lokalen Behörden sowie soziale Einrichtungen vor Herausforderungen stellt.
Eine Duldung ist nach deutschem Aufenthaltsrecht keine Aufenthaltserlaubnis, sondern lediglich eine vorübergehende Aussetzung der Abschiebung für ausreisepflichtige Personen. Sie bescheinigt, dass die Betroffenen zwar in Deutschland registriert sind, ihre Ausreiseverpflichtung jedoch aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen, wie beispielsweise fehlenden Reisedokumenten, schwerwiegenden medizinischen Gründen oder bestehenden familiären Bindungen, vorerst nicht vollzogen werden kann. Trotz dieses Status bleiben Geduldete grundsätzlich ausreisepflichtig.
Für die betroffenen Menschen bedeutet der Duldungsstatus oft große Unsicherheit und zahlreiche Einschränkungen. Geduldete haben in der Regel nur eingeschränkte Rechte, etwa beim Zugang zum Arbeitsmarkt oder bei der Bewegungsfreiheit, die oft auf das jeweilige Bundesland beschränkt ist. Eine Erwerbstätigkeit bedarf meist einer gesonderten Genehmigung durch die Ausländerbehörde, und in vielen Fällen sind Geduldete auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz angewiesen. Besonders restriktiv ist die sogenannte „Duldung light“ für Personen, deren Identität ungeklärt ist und denen vorgeworfen wird, ihre Abschiebung selbst zu behindern, was weitere Sanktionen mit sich bringen kann.
Der vorherige Rückgang der Geduldetenzahlen in den Jahren 2023 bis 2025 ist maßgeblich auf das von der Ampel-Koalition eingeführte Chancen-Aufenthaltsrecht zurückzuführen. Dieses Gesetz, das Ende 2022 in Kraft trat, bot Menschen, die bis zum Stichtag 31. Oktober 2022 mindestens fünf Jahre geduldet in Deutschland gelebt hatten, eine befristete Aufenthaltserlaubnis auf Probe an. Bei erfolgreicher Integration, geklärter Identität und überwiegend eigenständiger Lebensunterhaltssicherung konnte dies in ein dauerhaftes Bleiberecht münden. Da dieses Chancen-Aufenthaltsrecht jedoch nicht allen Geduldeten den Weg in einen sicheren Aufenthalt ermöglichte oder es nicht verlängert wird, ist die aktuelle Zunahme der Geduldetenzahl zu beobachten.
Die nun wieder steigenden Zahlen rücken die langjährige Situation vieler Geduldeter erneut in den Fokus der öffentlichen und politischen Debatte. Rund 40 Prozent der Geduldeten leben bereits seit mehr als fünf Jahren in Deutschland. Die Grünen fordern eine bessere Bleibeperspektive für gut integrierte Menschen mit Duldung, während gleichzeitig Diskussionen über verschärfte Abschieberegeln geführt werden. Diese komplexe Lage unterstreicht die Notwendigkeit differenzierter Lösungen, die sowohl humanitäre Aspekte als auch die staatliche Steuerung von Migration berücksichtigen.
Symbolbild – Foto: Vanessa Garcia / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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