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Die erste Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie im Bezirk Küste, zu dem auch Hamburg gehört, ist ohne Ergebnis geblieben. Zwischen der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) und dem Arbeitgeberverband Nordmetall liegen die Positionen weiterhin weit auseinander. Die Verhandlungen, die am 8. Oktober in Hamburg-Bergedorf stattfanden, wurden ohne Annäherung vertagt, da die Arbeitgeberseite kein eigenes Angebot vorgelegt hat.
Die IG Metall Küste fordert für die rund 130.000 Beschäftigten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und der niedersächsischen Küste eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus stehen die Sicherung von Zukunft und Beschäftigung, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen und von Auszubildenden auf der Forderungsliste der Gewerkschaft. Bezirksleiter Daniel Friedrich betonte, dass die Menschen angesichts steigender Lebenshaltungskosten mehr Geld auf dem Konto bräuchten.
Nordmetall wies die Forderungen der IG Metall als zu hoch und unrealistisch zurück. Verhandlungsführerin Lena Ströbele nannte fünf Prozent Lohnsteigerung und weitere Zusatzleistungen für ein Jahr angesichts der dramatischen Lage der Metall- und Elektroindustrie inakzeptabel. Der Arbeitgeberverband verweist auf hohe Arbeitskosten in Deutschland von rund 55 Euro pro Arbeitsstunde im Vergleich zu beispielsweise 18 Euro in Polen, sowie auf internationalen Wettbewerbsdruck und eine Auslastung von nur 83 Prozent. Seit 2019 seien in der Branche bereits 340.000 bis 350.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, und jedes vierte Unternehmen erwäge Produktionsverlagerungen ins Ausland.
Die Arbeitgeberseite lehnt zudem eine tarifliche Gewinnbeteiligung grundsätzlich ab und schlägt stattdessen vor, gemeinsam auf eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge hinzuwirken, um die Kosten zu senken und die Zukunft der Industrie in Deutschland zu sichern. Die IG Metall ist enttäuscht, dass Nordmetall kein Angebot vorgelegt hat, obwohl die Forderungen seit Wochen bekannt sind.
Die nächste Verhandlungsrunde für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie ist für den 27. Oktober in Oldenburg geplant. Sollte bis zum 31. Oktober keine Einigung erzielt werden, endet die Friedenspflicht, und Warnstreiks wären ab dem 1. November möglich. Die Situation betrifft insgesamt etwa 130.000 Beschäftigte in der Region, darunter viele in der Automobil- und Schiffbauindustrie, die auch in Hamburg wichtige Standorte haben. Bei RADIO REEPERBAHN werden wir die weiteren Entwicklungen der Tarifverhandlungen im Norden aufmerksam verfolgen.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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