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Als Redaktion von RADIO REEPERBAHN Hamburg berichten wir heute über eine intensive Debatte: Der Schulausschuss der Hamburger Bürgerschaft debattiert derzeit über geplante Kürzungen an gebundenen Ganztagsgrundschulen in Hamburg. Eltern äußern große Besorgnis, dass Erzieherinnen und Erzieher künftig den Nachmittagsunterricht übernehmen sollen und setzen sich vehement gegen diese Entwicklung zur Wehr. Um einen umfassenden Dialog zu ermöglichen, hat der Schulausschuss einstimmig die Durchführung öffentlicher Anhörungen zu den geplanten Einsparungen beschlossen, um Betroffenen eine Plattform für ihre Perspektiven zu bieten.
Die konkreten Pläne des Hamburger Senats sehen vor, in 87 dieser gebundenen Ganztagsgrundschulen (GTS) bis zum Jahr 2028 insgesamt 247,7 Lehrerstellen und 33,1 sozialpädagogische Stellen zu streichen und stattdessen 377 Erzieherstellen zu schaffen. Diese Umstellung soll jährliche Einsparungen von 16,5 Millionen Euro ermöglichen. Anders als bei den „Ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen“ (GBS), bei denen die Nachmittagsbetreuung durch freie Träger erfolgt, organisieren die GTS-Schulen ihren Unterricht und die Ganztagsbetreuung selbst und setzen dabei auch Lehrkräfte am Nachmittag ein.
Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) verteidigt die Maßnahmen. Sie betont, dass das Gesamtbudget für die Schulbegleitung in Hamburg nicht sinke, sondern von 32,6 Millionen Euro im Jahr 2024 auf prognostizierte 44 Millionen Euro im Jahr 2027 sogar steigen werde. Die Senatorin erklärt die Veränderungen als eine Weiterentwicklung des Bewilligungsverfahrens, da die Spielräume bei der Bewilligung in der Vergangenheit teilweise sehr weit gefasst gewesen seien. Bekeris argumentiert zudem, dass es sich nicht um weniger Personal am Kind handele und Daten nicht zwingend belegen würden, dass eine Lehrkraft besser fördere als eine Erzieherin oder ein Erzieher. Trotz erwarteten Widerstands wolle sie an den Plänen festhalten, da die Schulbehörde viele Jahre auf Konsolidierungsmaßnahmen verzichtet habe.
Demgegenüber stehen massive Proteste und weitreichende Bedenken. 54 Schulleitungen der betroffenen Ganztagsgrundschulen in Hamburg haben einen Brandbrief unterzeichnet und warnen davor, das „Erfolgsmodell Hamburger Ganztag“ kaputt zu sparen. Eltern und Verbände befürchten einen erheblichen Qualitätsverlust in der pädagogischen Arbeit, da Lehrkräfte in der Lernzeit am Nachmittag gezielt auf Unterrichtsinhalte eingehen und individuelle Förderungen anbieten könnten, was mit der Umstellung verloren gehen könnte. Die Elternkammer Hamburg fordert eine transparente Prüfung der Auswirkungen für jede einzelne Schule und einen gemeinsamen Dialog, da die pädagogische Prägung der selbstverantworteten Ganztagsschulen schrittweise verloren gehen könnte. Eine Petition gegen die Kürzungen wurde bereits von über 87.000 Menschen unterzeichnet.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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