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Ermittler haben in Hamburg den ehemaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, festgenommen. Dem 80-Jährigen werden versuchter Landesverrat und geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen. Die Festnahme steht im Zusammenhang mit umfangreichen Razzien, die ursprünglich im Rahmen des aufsehenerregenden Hamburger Block-Prozesses durchgeführt wurden und die Ermittler auf Hannings Spur brachten. Zeitgleich wurde auch Hannings ehemaliger Büroleiter, Manfred D., festgenommen, dem Beihilfe zur Last gelegt wird.
Die schwerwiegenden Vorwürfe der Bundesanwaltschaft besagen, dass Manfred D. über Jahre hinweg systematisch geheime Informationen aus dem BND an Hanning weitergegeben haben soll, auch nachdem dieser den Dienst verlassen hatte. Diese rund 2.000 als Verschlusssache eingestuften Dokumente soll Hanning für seine Beratertätigkeit in der Privatwirtschaft genutzt haben. Er steht im Verdacht, mit diesen Erkenntnissen eine Analyse für einen ausländischen Nachrichtendienst erstellt und in intensivem Austausch mit einem Angehörigen eines anderen staatlichen Nachrichtendienstes gestanden zu haben. Es wird explizit betont, dass keine Verbindungen zu Russland bestehen.
Der Fall kam ins Rollen, als im September 2025 Durchsuchungen bei Hanning stattfanden, die im Kontext des sogenannten Block-Prozesses in Hamburg standen. Dabei handelt es sich um den Prozess gegen die Hamburger Unternehmerin Christina Block, der die mutmaßliche Entführung ihrer Kinder aus Dänemark vorgeworfen wird. Gegen August Hanning und einen pensionierten Beamten des Landeskriminalamts Hamburg wurde bereits im Herbst 2025 bekannt, dass gegen sie ermittelt wird. Der Verdacht: Sie sollen als Verantwortliche einer Sicherheitsfirma im Jahr 2022 einen Auftrag von Christina Block zur Kindesentziehung angenommen haben – ein gescheiterter Versuch, der dem eigentlichen Entführungsfall vorausging.
Hanning selbst war im Oktober 2025 als Zeuge im Block-Prozess geladen, verweigerte jedoch die Aussage unter Berufung auf sein Auskunftsverweigerungsrecht, um sich nicht der Gefahr der Selbstbelastung auszusetzen. Die aktuellen Ermittlungen der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe, die durch die Razzien im Block-Prozess ausgelöst wurden, stellen einen nahezu beispiellosen Vorgang in der Geschichte der deutschen Sicherheitsbehörden dar, da sie einen ehemaligen Chef eines Top-Nachrichtendienstes betreffen. Für alle Beschuldigten gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Weitere Informationen zu diesem komplexen Fall erhalten Sie bei RADIO REEPERBAHN Hamburg.
Symbolbild – Foto: O H / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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