Hamburg Update

Asylanträge in der EU deutlich gesunken

today5. Oktober 2026 5

Hintergrund
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Die Zahl der Asylanträge in der Europäischen Union ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres deutlich gesunken. Wie aus unveröffentlichten Zahlen der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) hervorgeht, wurden in den EU-Staaten sowie in Norwegen und der Schweiz insgesamt 452.969 Anträge auf internationalen Schutz gestellt. Dies entspricht einem Rückgang von fast einem Viertel, genauer gesagt 24,3 Prozent, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung markiert eine signifikante Veränderung in der europäischen Migrationslandschaft, die auch für Städte wie Hamburg von Bedeutung ist.

Deutschland, das lange Zeit als wichtigstes Zielland galt, ist in dieser Periode auf den dritten Platz zurückgefallen. Mit 70.257 registrierten Asylanträgen liegt die Bundesrepublik nun hinter Frankreich und Italien. Frankreich verzeichnete mit 98.822 Anträgen die meisten Schutzgesuche, gefolgt von Italien mit 78.496. Die Verschiebung der Hauptzielländer ist ein Ergebnis vielfältiger Entwicklungen auf europäischer und nationaler Ebene.

Die Mehrzahl der Asylsuchenden, die in den ersten neun Monaten dieses Jahres in der EU plus Norwegen und der Schweiz einen Antrag stellten, kam aus Afghanistan (52.361), Venezuela (37.294) und Bangladesch (26.497). In Deutschland selbst führten Afghanen mit 23 Prozent weiterhin die Liste der Herkunftsländer an, gefolgt von Syrern (12 Prozent) und Türken (10 Prozent). Interessanterweise wurden auch 12.182 Asylanträge von Menschen aus der Ukraine gestellt, wobei fast die Hälfte davon (49 Prozent) in Frankreich registriert wurde, deutlich vor Deutschland (5 Prozent).

Die Gründe für diesen deutlichen Rückgang der Asylantragszahlen sind vielschichtig. Experten verweisen auf politische Entwicklungen in wichtigen Herkunftsländern, insbesondere eine verbesserte Sicherheitslage in Syrien seit dem Sturz von Baschar al-Assad Ende 2024, die dazu führt, dass weniger Syrer Schutz suchen und einige sogar in ihre Heimat zurückkehren. Gleichzeitig spielen verstärkte europäische Kooperationen mit Herkunfts- und Transitländern sowie Partnerschaftsabkommen, die Investitionen in Infrastruktur und Grenzschutz beinhalten, eine Rolle. Auch die seit Juni 2026 in Kraft getretene EU-Asylreform und verschärfte Grenzregime entlang der Fluchtrouten tragen ihren Teil dazu bei.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht in den sinkenden Zahlen eine Bestätigung der nationalen und europäischen Maßnahmen. So verzeichnete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im September einen Rückgang der Erstanträge um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Trotz des Rückgangs waren Ende Juni 2026 europaweit noch rund 770.000 Asylanträge in erster Instanz unbearbeitet, was die weiterhin bestehende Herausforderung für die Systeme verdeutlicht.

Für die Hansestadt Hamburg lassen sich ebenfalls Auswirkungen feststellen: Im vergangenen Jahr gab die Stadt weniger Geld für Asylbewerberleistungen aus als im Jahr zuvor. Die Ausgaben sanken um sechs Prozent auf 241,5 Millionen Euro im Jahr 2025. Seit Anfang 2024 erhalten Asylbewerber in Hamburg zudem Leistungen über eine Bezahlkarte. Unser Sender, RADIO REEPERBAHN Hamburg, wird die weiteren Entwicklungen in der Asylpolitik aufmerksam verfolgen und darüber berichten.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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