Hamburg Update

Gaza-Dokumentarfilm löst in Israel Kontroverse und Drohungen aus

today1. Oktober 2026 4

Hintergrund
share close

RADIO REEPERBAHN Hamburg berichtet über eine neue Entwicklung, die in Israel hohe Wellen schlägt und auch international Beachtung findet. Der Dokumentarfilm „Naza“, der Berichte israelischer Soldaten über die Kriegsführung in Gaza enthält, ist in den Kinos angelaufen und hat heftige Debatten ausgelöst. Während die israelische Regierung den Machern Landesverrat vorwirft, sehen sich die Filmemacher mit Todesdrohungen konfrontiert.

Der Film, produziert von den israelischen Filmemachern Yuval Abraham und Rachel Szor, stützt sich auf die anonymen Zeugenaussagen von 24 ehemaligen israelischen Geheimdienstoffizieren und Soldaten. Ihre Gesichter sind im Film unkenntlich gemacht und ihre Stimmen verfremdet, um sie zu schützen. Der Dokumentarfilm beleuchtet, wie das israelische Militär KI-Systeme nutzt, um mutmaßliche Hamas-Mitglieder zu orten und Angriffsziele zu markieren. Dabei wird behauptet, dass eine hohe Zahl ziviler Opfer systematisch in Kauf genommen werde, was die israelischen Streitkräfte jedoch entschieden zurückweisen.

Die Vorwürfe in „Naza“ beinhalten die Behauptung, dass Entscheidungen über die Auswahl und Genehmigung von Angriffen auch durch Künstliche Intelligenz beeinflusst werden, was von der Armee explizit bestritten wird. Die Filmemacher, die auch von der britischen Zeitung „The Guardian“ bei der Recherche unterstützt wurden, geben an, dass sie alle journalistischen Standards eingehalten haben. Der Film hat bereits beim Filmfest Venedig für Aufsehen gesorgt, wo er mit 25 Minuten Standing Ovations gefeiert und mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde.

In Israel ist die Reaktion auf den Dokumentarfilm äußerst scharf ausgefallen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von „antisemitischer Hetze“ aus den eigenen Reihen und kündigte an, Gesetze zur Entziehung der Staatsbürgerschaft für Personen einzuführen, die „IDF-Soldaten verleumden“. Kulturminister Miki Zohar bezeichnete die Arbeit als „Staatsverrat“ und forderte ebenfalls den Entzug der Staatsbürgerschaft für Rachel Szor und Yuval Abraham. Zudem hat Generalstabschef Ejal Zamir den Militärstaatsanwalt angewiesen, mögliche rechtliche Schritte gegen die Macher des Films zu prüfen, da er von „bewusster Verzerrung der Realität“ und „lügnerischen und schwerwiegenden Anschuldigungen“ spricht.

Die Filmemacher selbst sind aufgrund der Todesdrohungen und der politischen Kontroverse derzeit nicht in der Lage, in ihre Heimat zurückzukehren. Sie hoffen, dass der Fokus der Debatte sich auf den Inhalt des Films verlagert und eine Diskussion über den Krieg in Gaza anstößt. Ab November soll der Film zudem kostenlos online verfügbar sein, was die Reichweite und die Diskussionen rund um „Naza“ voraussichtlich weiter verstärken wird.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it