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Schwere Antisemitismus-Vorwürfe erschüttern derzeit die französische Politik und richten sich gegen Jordan Bardella, den Parteichef des rechtsnationalen Rassemblement National. Ein investigatives Online-Portal namens Mediapart berichtet, Bardella habe in seinen politischen Anfängen antisemitische Textnachrichten verschickt. Der 31-jährige Politiker, der als potenzieller Premierminister gehandelt wird, sollte Marine Le Pen die französische Präsidentschaftswahl im kommenden Mai gewinnen, weist die Anschuldigungen vehement zurück und bezeichnet sie als „plumpe Fälschungen“.
Die Vorwürfe von Mediapart stützen sich auf schriftliche Unterhaltungen aus den Jahren 2013 bis 2015, als Bardella noch minderjährig war, zwischen 17 und 18 Jahren alt, und Mitglied der damaligen Front National (FN). Das Portal zitiert angebliche Aussagen wie „Der Jude muss andere Völker beherrschen, sie zermalmen und ausrauben; ein Zionist ist notwendigerweise ein Jude, und zwar zutiefst“ sowie die Behauptung, „alle Banken sind im Besitz von Juden“. Bardella erklärte auf der Plattform X, er bestreite die ihm zugeschriebenen „wahnsinnigen und antisemitischen Aussagen“ förmlich und habe seinen Anwalt beauftragt, rechtliche Schritte gegen Mediapart wegen Verleumdung einzuleiten. Er sieht in den Vorwürfen einen Versuch, seine politische Karriere zu beenden und die Präsidentschaftskampagne zu destabilisieren.
Die Enthüllungen kommen zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt, nur sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Marine Le Pen, deren Partei in Umfragen derzeit gute Chancen hat, und ihr Verbündeter Eric Ciotti haben sich geschlossen hinter Bardella gestellt und betonen ihr „absolutes Vertrauen“ in ihn. Le Pen selbst bezeichnete die Behauptungen als „Fälschung“ und „schmutzige Tricks“. Der Rassemblement National hat sich in den letzten Jahren intensiv darum bemüht, sein Image zu „entdämonisieren“ und sich von der antisemitischen Vergangenheit seines Gründers Jean-Marie Le Pen zu distanzieren. Bardella unternahm im Jahr 2025 sogar einen viel beachteten Besuch in Israel, um das Engagement seiner Partei im Kampf gegen Antisemitismus zu unterstreichen.
Die Reaktionen auf die Vorwürfe fallen jedoch gemischt aus. Während Israels Diaspora-Minister Amichai Chikli Bardella verteidigte und darauf verwies, dass sich ein Mensch mit 17 Jahren noch entwickeln könne, äußerte Yonathan Arfi, der Präsident des Repräsentativrats jüdischer Institutionen in Frankreich (CRIF), sein Erstaunen über die „Gewalt der antisemitischen Äußerungen“. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot kommentierte, die Anschuldigungen offenbarten „das wahre Gesicht der extremen Rechten“ und betonte, Antisemitismus sei „die Geschichte dieser Partei“.
Auch bei uns in Hamburg wird diese Entwicklung in der französischen Politik aufmerksam verfolgt. Die Debatte um Bardella und die historischen Vorwürfe werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Herausforderungen, mit denen Parteien wie der Rassemblement National konfrontiert sind, wenn sie versuchen, ihr Image zu wandeln und eine breitere Wählerschaft anzusprechen. Wie RADIO REEPERBAHN Hamburg weiterhin berichten wird, bleibt abzuwarten, wie sich diese Antisemitismus-Vorwürfe auf die Präsidentschaftswahlkampagne in Frankreich auswirken werden.
Symbolbild – Foto: Mikhail Nilov / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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