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Marokko hat Geschichte geschrieben: Erstmals in der Geschichte des nordafrikanischen Königreichs wurde eine Frau an die Regierungsspitze berufen. König Mohammed VI. ernannte die bisherige Wohnungsbauministerin Fatima Ezzahra el-Mansouri zur Regierungschefin, nachdem ihre Partei als stärkste Kraft aus den jüngsten Parlamentswahlen hervorgegangen war. Diese wegweisende Entscheidung wird auch hier bei unserer Redaktion in Hamburg mit großem Interesse verfolgt.
Die 50-jährige Fatima Ezzahra el-Mansouri, die am 3. Januar 1976 in Marrakesch geboren wurde, ist eine erfahrene Juristin und Politikerin. Bevor sie in die nationale Regierung eintrat, war sie bereits zweimal Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt Marrakesch, wo sie 2009 als erste Frau dieses Amt bekleidete. Ihre politische Laufbahn führte sie auch für zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten ins Repräsentantenhaus. Im Oktober 2021 wurde sie Ministerin für nationale Raumplanung, Stadtentwicklung, Wohnungsbau und Stadtpolitik, eine Position, die oft als Wohnungsbauministerin bezeichnet wird.
El-Mansouris Ernennung erfolgte nach dem Sieg ihrer Authentizitäts- und Modernitätspartei (PAM) bei den Parlamentswahlen am 23. September. Die PAM, eine im Jahr 2008 gegründete, als zentristisch geltende Partei, sicherte sich 97 der insgesamt 395 Sitze im Repräsentantenhaus. Obwohl dies die meisten Sitze aller Parteien waren, verfehlte die PAM die absolute Mehrheit von 198 Sitzen, was nun die Bildung einer Koalitionsregierung erforderlich macht. Die Wahlbeteiligung lag landesweit bei etwa 38 Prozent und war damit die niedrigste seit 2007.
Mit ihrer Berufung ist Fatima Ezzahra el-Mansouri nicht nur die erste Regierungschefin Marokkos, sondern auch erst die zweite Frau, die in der arabischen Welt ein solches Amt innehat – nach Najla Bouden in Tunesien. Dies stellt einen bedeutenden Meilenstein für die Frauenförderung in der Region dar. Vor el-Mansouri konnte der König den Premierminister ohne Einschränkungen ernennen, doch seit den Verfassungsreformen von 2011, die auf Proteste des Arabischen Frühlings folgten, ist er verpflichtet, den Regierungschef aus der stärksten Partei zu wählen. Die neue Regierung steht vor großen Aufgaben, darunter die Überwachung der Vorbereitungen für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2030, die Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichtet, sowie die Bewältigung wirtschaftlicher Herausforderungen wie Inflation, Arbeitslosigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen für die Jugend.
Symbolbild – Foto: https://kaboompics.com/ / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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