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Kanzler Merz hat den kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew in Berlin empfangen. Bei den Gesprächen stand das deutsche Interesse an einer verstärkten Ölversorgung aus Kasachstan im Vordergrund, ebenso wie der Ausbau der engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Ein zentrales Thema war zudem der russische Angriffskrieg in der Ukraine, dessen Auswirkungen auf die internationale Politik und die Energiesicherheit Europas intensiv diskutiert wurden. Als Redaktion von RADIO REEPERBAHN in Hamburg verfolgen wir diese Entwicklungen mit großem Interesse.
Deutschland bemüht sich aktiv um eine Diversifizierung seiner Energiequellen, insbesondere seit dem Ende der russischen Öllieferungen im Jahr 2023. Kasachstan hat sich dabei als wichtiger Partner erwiesen. Präsident Tokajew bekräftigte die Bereitschaft seines Landes, die Öllieferungen nach Deutschland weiter zu steigern, um ein zuverlässiger Partner in diesem Bereich zu bleiben. Schon jetzt zählt Kasachstan zu den bedeutendsten Erdöllieferanten für die Bundesrepublik. So stiegen die kasachischen Ölexporte nach Deutschland über die Druschba-Pipeline von Januar bis Juli 2025 um 38 Prozent auf rund 1,086 Millionen Tonnen. Die Raffinerie PCK Schwedt in Brandenburg, die für die Versorgung Nord- und Ostdeutschlands von zentraler Bedeutung ist, war dabei ein Hauptabnehmer kasachischen Öls. Allerdings kam es im Mai dieses Jahres zu einer zeitweiligen Unterbrechung der Durchleitung kasachischen Rohöls durch die Druschba-Pipeline seitens Russlands, was die Notwendigkeit diversifizierter Transportrouten unterstreicht.
Über die Energiepartnerschaft hinaus sind die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan von großer Bedeutung. Kasachstan gilt als Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Zentralasien und ist für etwa 80 Prozent des deutschen Handels mit der Region verantwortlich. Im Jahr 2025 belief sich der bilaterale Warenhandel auf rund acht Milliarden Euro. Parallel zum Treffen der Staatsoberhäupter fand in Berlin ein Deutsch-Kasachisches Wirtschaftsforum statt, bei dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Präsident Tokajew die strategische Bedeutung der Beziehungen betonten. Dabei wurden 37 bilaterale Wirtschaftsprojekte im Wert von etwa 1,8 Milliarden Euro zur Unterzeichnung vorbereitet, die Chancen für deutsche Technologieanbieter und Investoren in den Bereichen Rohstoffe, Energie, Industrie, Transport und Logistik eröffnen sollen.
Auch Kasachstans Haltung zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine war ein wichtiger Gesprächspunkt in Berlin. Präsident Tokajew hat sich wiederholt von Russlands Krieg distanziert. Er weigerte sich, die selbsternannten Separatistenrepubliken Donezk und Luhansk anzuerkennen und lehnte eine militärische Beteiligung an der Offensive ab. Stattdessen sandte Kasachstan humanitäre Hilfe an die Ukraine und forderte Wladimir Putin öffentlich zum Stopp der Kämpfe auf. Kasachstan verfolgt eine „Multivektor-Außenpolitik“, die darauf abzielt, Beziehungen zu verschiedenen Weltmächten zu pflegen und eine Abhängigkeit von einzelnen Akteuren zu vermeiden, was in der aktuellen geopolitischen Lage eine Herausforderung darstellt.
Die langfristige Zusammenarbeit umfasst zudem den Deutsch-Kasachischen Energiedialog, der bereits 2011 ins Leben gerufen wurde. Dieser konzentriert sich auf die Unterstützung Kasachstans beim Hochlauf des Wasserstoffmarktes, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz. Ziel ist es, beide Volkswirtschaften zu dekarbonisieren und die Energiesicherheit nachhaltig zu stärken, wobei Kasachstan bis 2060 Klimaneutralität anstrebt. Diese umfassenden Gespräche in der deutschen Hauptstadt unterstreichen die wachsende strategische Bedeutung Kasachstans für Deutschland, insbesondere im Kontext der Energieversorgung und der geopolitischen Neuausrichtung.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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