Hamburg Update

Leere Büros zu Wohnraum umbauen

today29. September 2026 10

Hintergrund
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Architekten und Ökonomen in Hamburg fordern eindringlich, leerstehende Büroflächen in dringend benötigten Wohnraum umzuwandeln, anstatt sie abzureißen. Diese Initiative zielt darauf ab, dem akuten Wohnraummangel in der Hansestadt entgegenzuwirken und gleichzeitig auf den sinkenden Bedarf an Büroflächen zu reagieren. Aktuelle Daten unterstreichen die Dringlichkeit: Im zweiten Quartal 2026 erreichte die Leerstandsquote bei Hamburger Büros rund 6,4 Prozent, was etwa 921.000 Quadratmetern entspricht. Andere Berichte beziffern den Leerstand sogar auf 1,14 Millionen Quadratmeter mit einer Quote von 7,2 Prozent. Gleichzeitig fehlen in Hamburg laut einer Analyse des Pestel-Instituts rund 25.900 Wohnungen, wobei fast 7.000 Wohnungen seit über einem Jahr leer stehen. Der Mieterverein zu Hamburg warnt vor einem wachsenden Wohnungsmangel, da im Jahr 2025 nur 5.976 Wohnungen fertiggestellt wurden, ein Rückgang um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ein wesentlicher Grund für den wachsenden Büroleerstand ist die weite Verbreitung von Home-Office-Modellen. Die regelmäßige Arbeit von zu Hause ist für etwa ein Viertel der Beschäftigten und 69 Prozent der Unternehmen in Deutschland zur neuen Normalität geworden. Eine Studie des ifo Instituts und des Immobilienberaters Colliers prognostiziert, dass der Bedarf an Büroflächen in den sieben größten deutschen Städten, darunter Hamburg, bis 2030 um zwölf Prozent sinken wird. Dies entspricht einem Minderbedarf von rund 11,5 Millionen Quadratmetern Bürofläche. Der Bürovermietungsmarkt in Hamburg verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Flächenumsatz, der rund 13 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums lag. Diese Entwicklung unterstreicht einen Strukturwandel am Büromarkt, bei dem vor allem moderne Flächen in guten Lagen gefragt bleiben, während ältere Objekte weniger Nachfrage erfahren.

Die Umwandlung von Büros in Wohnungen ist jedoch mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Bürogebäude sind oft nicht für Wohnzwecke konzipiert, was sich in unzureichenden Gebäudetiefen, fehlenden Sanitärkernen oder mangelnden Balkonen äußert. Auch die statischen Gegebenheiten von Bürogebäuden unterscheiden sich stark von Wohnhäusern. Hinzu kommen rechtliche und regulatorische Hürden, da Wohngebäude anderen Brandschutz-, Sicherheits- und Belüftungsvorschriften unterliegen als Büros. Die Umbaukosten können teilweise höher sein als ein Abriss oder Neubau, was solche Projekte für Investoren unattraktiv machen kann. Zudem befinden sich viele ältere Bürogebäude in Lagen, die nicht ideal für Wohnzwecke sind.

Trotz dieser Schwierigkeiten bietet die Umnutzung von Büros vielfältige Vorteile. Sie trägt nicht nur zur Linderung der Wohnungsnot bei, sondern reduziert auch den Flächenverbrauch und spart sogenannte graue Energie, die beim Abriss und Neubau entstehen würde. Dies führt zu einer Verringerung der CO2-Emissionen und einer Belebung von Stadtteilen. In Hamburg gibt es bereits konkrete Projekte, die diesen Weg beschreiten: Die Baugenossenschaft Bergedorf Bille plant, ihren ehemaligen Hauptsitz in ein Mehrparteienhaus umzubauen und dabei das Gebäude um drei Geschosse aufzustocken. Auch die Hansa Baugenossenschaft in Barmbek setzt auf den Erhalt eines alten Bürogebäudes und wandelt es in 28 Wohnungen, hauptsächlich Sozialwohnungen, um. Ein Architekturkollektiv in Hammerbrook hat zudem ein Pilotprojekt für „Pop-up Wohnen“ in leerstehenden Büros realisiert.

Die Hamburger Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein unterstützt solche Umnutzungsprojekte und bietet Hilfestellung bei Genehmigungsverfahren an. Auch die CDU-Bürgerschaftsfraktion forderte im April 2024 die Förderung entsprechender Pilotprojekte. Die Stadt hat zudem bereits Bürogebäude temporär zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt, was zeigt, dass unkomplizierte Lösungen möglich sind, auch wenn diese temporären Nutzungen nicht alle Anforderungen an dauerhaften Wohnraum erfüllen. Obwohl die Umwandlung von Büros zu Wohnraum kein Allheilmittel für den Wohnungsmarkt ist und nur etwa 20 bis 30 Prozent der leerstehenden Büroflächen in Hamburg dafür geeignet sein könnten, stellt sie ein wichtiges ergänzendes Instrument im Kampf gegen den Wohnraummangel in unserer Stadt dar. Initiativen wie diese, die auf Nachhaltigkeit und innovative Wohnkonzepte setzen, senden ein positives Signal und könnten entscheidend dazu beitragen, die Lebensqualität in Hamburg zu verbessern, wie wir bei RADIO REEPERBAHN finden.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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