Hamburg Update

Die SPD hat die Pläne von Gesundheitsminister Linnemann (CDU) zur Kürzung von Kinderkrankentagen scharf kritisiert

today29. September 2026 4

Hintergrund
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Der Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann (CDU) sieht sich mit scharfer Kritik konfrontiert, nachdem er Pläne zur Kürzung der Kinderkrankentage ab dem Jahr 2027 angekündigt hat. Aktuell können gesetzlich versicherte Elternteile pro Kind und Jahr 15 Kinderkrankentage in Anspruch nehmen, Alleinerziehende bis zu 30 Tage. Diese Regelung, die während der Coronapandemie eingeführt und bis Ende 2026 verlängert wurde, soll nun auf die vor-pandemische Anzahl von 10 Tagen pro Elternteil und Kind, beziehungsweise 20 Tage für Alleinerziehende, zurückgeführt werden.

Die SPD, angeführt von der familienpolitischen Sprecherin Jasmina Hostert und der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, lehnt die geplanten Kürzungen entschieden ab und fordert stattdessen mehr Unterstützung für Familien, die kranke Kinder versorgen müssen. Die Sozialdemokraten betonen, dass diese Reduzierung eine zusätzliche Belastung darstellen und ein falsches Signal an die Familien senden würde. Der Sozialverband VdK schließt sich dieser Ablehnung an und warnt vor einer ungleichen Belastung, die insbesondere Frauen treffen würde. Auch der Familienbund der Katholiken kritisiert die Pläne und bezeichnet das Sparpotenzial als überschaubar, da nur ein kleiner Teil der Eltern die Kinderkrankentage in größerem Umfang nutze.

Bundesgesundheitsminister Linnemann argumentiert, dass die Politik gut daran täte, Sonderregeln, die während der Coronapandemie eingeführt wurden, schrittweise wieder zurückzunehmen. Er wies darauf hin, dass es vor Corona ebenfalls zehn Kinderkrankentage pro Elternteil gab. Dem Vernehmen nach könnte die Bundesregierung durch diese Maßnahme rund 100 Millionen Euro einsparen, als Teil weiterer Sparbemühungen im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Allerdings zeigen Daten von Krankenkassen, wie der AOK, dass die Inanspruchnahme im Durchschnitt bei nur 2,5 Tagen pro Fall liegt und die allermeisten Eltern die 15 Tage gar nicht ausschöpfen. Dies wirft die Frage nach der tatsächlichen Notwendigkeit und dem Effekt der Kürzung auf.

Die Kritik an Linnemanns Vorhaben zieht sich durch verschiedene politische Lager und gesellschaftliche Organisationen. Neben der SPD haben sich auch die Linkspartei, vertreten durch ihre Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek, sowie die Grünen, durch Johannes Wagner, deutlich ablehnend geäußert. Wagner bezeichnete Linnemanns Argumentation als „zynisch“, da die Regelung der 15 Kinderkrankentage sich bewährt habe und eine Rückkehr zu einer schlechteren alten Regelung kein Fortschritt sei. Die Diakonie forderte verlässliche Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die geplanten Änderungen, die ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten sollen, bedeuten für viele Familien in Deutschland, auch hier in Hamburg, eine spürbare Verschlechterung. Insbesondere Alleinerziehende mit mehreren Kindern könnten demnach bis zu 20 Tage weniger Anspruch haben. Die aktuellen, erhöhten Ansprüche laufen zum 31. Dezember 2026 automatisch aus, sodass keine neue Beschlussfassung für die Kürzung erforderlich ist, sondern lediglich eine nicht erfolgte Verlängerung. Diese Entwicklung sorgt für große Unsicherheit bei berufstätigen Eltern und könnte den Druck auf sie erhöhen, kranke Kinder in Kita oder Schule zu schicken, selbst wenn dies nicht im Sinne der Kindergesundheit ist.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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