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Angesichts der angespannten Lage im Grenzgebiet zur Ukraine investiert Polen massiv in seine Drohnenabwehr. Das Land baut im Eiltempo ein komplexes Abwehrsystem auf, um sich gegen mögliche Bedrohungen zu schützen. RADIO REEPERBAHN Hamburg berichtet über diese entscheidende Entwicklung, die nicht nur für Polen, sondern für die gesamte NATO-Ostflanke von großer Bedeutung ist.
Im Zentrum dieser massiven Aufrüstung steht das neue „San“-System, welches ab 2026 schrittweise in Dienst gestellt werden soll und dessen vollständige Einsatzbereitschaft für 2027 vorgesehen ist. Dieses System, das als modernstes Anti-Drohnen-System in Europa gilt, wird voraussichtlich 18 Anti-Drohnen-Batterien, 52 Feuereinheiten, 18 Kommandoeinheiten und rund 700 Fahrzeuge umfassen. Die geschätzten Kosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf über vier Milliarden US-Dollar oder nahe 3,6 Milliarden Euro, wobei ein Großteil der Finanzierung über europäische Mittel, insbesondere das SAFE-Programm (Security Action for Europe), sowie nationale Haushaltsmittel erfolgen soll. Das System ist integraler Bestandteil des sogenannten „Eastern Shield“ (Tarcza Wschód), ein groß angelegtes Verteidigungsinfrastrukturprojekt entlang der polnischen Grenzen zu Belarus und Russland, für das allein im Jahr 2026 mehr als 210 Millionen Euro fließen.
Die Notwendigkeit einer beschleunigten Drohnenabwehr wurde durch mehrere Zwischenfälle im Herbst des Vorjahres unterstrichen, bei denen mutmaßlich russische Drohnen in den polnischen Luftraum eindrangen. Diese Vorfälle führten zu temporären Flughafenschließungen, Alarmstarts von Kampfjets und Schäden am Boden. Polens Außenminister Radosław Sikorski sprach in diesem Zusammenhang von gezielten Provokationen Moskaus, um die Reaktionsfähigkeit Polens zu testen, ohne eine offene militärische Eskalation auszulösen. Auch ein russischer Drohnenangriff nahe der polnischen Grenze in der Ukraine, der einen Passagierzug von Kiew nach Warschau auf einem Grenzbahnhof attackierte, erhöhte die Alarmbereitschaft.
Polen nimmt als zentraler Logistikhub für die Versorgung der Ukraine und als strategisch wichtige Drehscheibe an der NATO-Ostflanke eine besondere Rolle ein. Die NATO hat auf diese Vorfälle mit der Initiative „Eastern Sentry“ reagiert, um ihre Verteidigungsposition entlang der Ostflanke weiter zu stärken. Hierbei tragen auch andere Bündnispartner wie Deutschland, Dänemark, Frankreich und Großbritannien mit Flugabwehrfähigkeiten bei. Polen investiert nach NATO-Schätzung im Jahr 2026 rund 4,68 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in die Kernverteidigung, mehr als fast alle anderen Bündnispartner, und bekräftigt damit seine Rolle als starker Sicherheitsgarant. Die Sicherheit Polens ist dabei eng mit der Sicherheit Deutschlands und Europas verbunden, wie die Stiftung Wissenschaft und Politik hervorhebt.
Das neue Drohnenabwehrkonzept ist auf einen mehrschichtigen Ansatz ausgelegt. Es soll von leichten und schweren Maschinenwaffen über Kanonen und Lenkflugkörper bis hin zu elektronischen Störsystemen und Abfangdrohnen reichen. Das System ist darauf ausgelegt, sämtliche Arten von Drohnen, einschließlich Kamikaze-UAVs, zu erkennen und zu neutralisieren. Die Abwehr von Billigdrohnen mit teuren Raketen stellt eine Herausforderung dar, daher wird auch die elektronische Kriegsführung zur Störung der Drohnenverbindung genutzt. Das Engagement Polens in der Modernisierung seiner Streitkräfte und der Drohnenabwehr ist eine direkte Antwort auf die gestiegene Bedrohungswahrnehmung gegenüber Russland.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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