Hamburg Update

Rentenkommission drängt Kanzler Merz zu Reform der Rente mit 63

today24. September 2026 2

Hintergrund
share close

Die Rentenkommission drängt Bundeskanzler Merz und die Regierungskoalition, die geplante Abschaffung der Rente mit 63 zügig umzusetzen. Dies steht im direkten Gegensatz zur Haltung vieler Politikerinnen und Politiker sowohl in der CDU als auch in der SPD, die sich für den Erhalt der Regelung aussprechen. Die Forderung der Kommission ist Teil eines umfassenden Reformpakets, das die Zukunft der deutschen Alterssicherung langfristig sichern soll.

Die von der Bundesregierung unter Kanzler Merz im Dezember 2025 berufene Alterssicherungskommission legte im Juni 2026 einen umfangreichen Bericht mit 33 Vorschlägen zur Rentenreform vor. Ein zentraler Punkt dieser Empfehlungen ist die ersatzlose Abschaffung der abschlagsfreien Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die umgangssprachlich als „Rente mit 63“ bekannt ist. Stattdessen soll ein vorgezogener Ruhestand mit Abschlägen frühestens ab dem vollendeten 64. Lebensjahr möglich sein. Kanzler Merz und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hatten sich anfangs dafür ausgesprochen, die Empfehlungen der Kommission weitgehend als Gesamtpaket umzusetzen, wobei Merz betonte, dass einzelne Maßnahmen nicht herausgelöst oder abgelehnt werden dürften.

Die „Rente mit 63“ ermöglicht es Versicherten mit mindestens 45 Beitragsjahren, zwei Jahre vor der regulären Altersgrenze abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen. Jährlich nutzen zwischen 250.000 und 280.000 Menschen diese Option, was fast einem Drittel aller Neurentner entspricht. Die Befürworter der Abschaffung argumentieren, dass die Regelung die Rentenversicherung jährlich Milliarden kostet und den ohnehin bestehenden Fachkräftemangel weiter verschärft. Zudem weisen Experten darauf hin, dass die „Rente mit 63“ entgegen ihrer ursprünglichen Intention oft nicht die körperlich hart arbeitenden Menschen erreicht, sondern überproportional Männer, Gutverdiener und Menschen mit besserer Gesundheit begünstigt.

Innerhalb der Regierungsparteien regt sich jedoch erheblicher Widerstand. Insbesondere nach den jüngsten Landtagswahlen fordern prominente SPD-Politiker wie Generalsekretär Tim Klüssendorf und mehrere Ministerpräsidenten, die Reform sozialverträglicher zu gestalten und die „Rente mit 63“ beizubehalten oder abzumildern. Auch CDU-Ministerpräsidenten aus Ostdeutschland, darunter Michael Kretschmer aus Sachsen, lehnen die Pläne in ihrer jetzigen Form ab und pochen auf die Anerkennung langer Erwerbsbiografien. Sie argumentieren, dass viele ihren Renteneintritt bereits geplant haben und eine ersatzlose Abschaffung ohne ausreichende Übergangsregelungen nicht zumutbar sei.

Im Zuge der scharfen Debatte werden derzeit mögliche Kompromisslösungen erörtert. Dazu gehören längere Übergangsfristen, eine Begrenzung der abschlagsfreien Rente auf bestimmte Berufsgruppen mit besonders harten körperlichen Belastungen sowie eine klarere Definition der anzurechnenden Beitragsjahre. Der Sozialverband VdK Deutschland fordert zudem einen „Sozialcheck“ für die geplante Rentenreform, um einen fairen Ausgleich für alle Versicherten zu gewährleisten. Die Spitzen von SPD und Union werden voraussichtlich am 7. Oktober in einem Koalitionsausschuss über die Details der „Rente mit 63“ verhandeln, mit dem Ziel, bis Jahresende ein Gesetzespaket zur Rentenreform im Bundestag zu verabschieden.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it