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Der Bau des Zentrums für Ressourcen und Energie (ZRE) in Hamburg-Bahrenfeld hat sich zu einem Sinnbild für Fehlplanung entwickelt und sorgt für eine erhebliche Kostenexplosion. Mit aktuellen Ausgaben von bis zu 780 Millionen Euro übertreffen die Gesamtkosten die ursprüngliche Planung um drastische 330 Prozent. Die Anlage, die an der Schnackenburgallee in der Nähe des Volksparks entsteht, soll künftig Rest- und Gewerbemüll sortieren, Wertstoffe für das Recycling gewinnen und aus dem verbleibenden Abfall Strom sowie Fernwärme liefern.
Das einstige Prestigeprojekt der Stadtreinigung Hamburg hat eine bemerkenswerte Kostenkurve hinter sich. Ursprünglich wurde mit etwa 234 Millionen Euro kalkuliert. Diese Schätzung stieg über 450 Millionen Euro bei Baubeginn im April 2023 und 534 Millionen Euro auf die nunmehr prognostizierten 780 Millionen Euro. Auch der Zeitplan ist massiv in Verzug geraten: Statt der ursprünglich angepeilten Fertigstellung im Jahr 2025 wird die Inbetriebnahme nun frühestens für 2029 oder 2030 erwartet, was einer Verzögerung von rund drei Jahren entspricht.
Für die massiven Kostensteigerungen und Verzögerungen werden Mängel in der Projektplanung und -überwachung sowie im Risikomanagement verantwortlich gemacht. Zudem sei es zu unvollständig kalkulierten Personal- und Projektkosten, Nachträgen, Mehrmengen und zusätzlichen Baustellenkosten gekommen. Wirtschaftsprüfer von Deloitte stellten fest, dass der Aufsichtsrat der Stadtreinigung, unter dem Vorsitz von Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne), nicht angemessen und zeitnah über die erheblichen Kostensteigerungen und Verzögerungen beim ZRE informiert wurde. Es wird von „essenziellen Informationen“ gesprochen, die dem Gremium schlicht vorenthalten wurden.
Die politische Dimension dieses Debakels ist immens. Umweltsenatorin Fegebank sprach von einem „klaren Vertrauensbruch“ durch die frühere Geschäftsführung der Stadtreinigung und kündigte umfassende Haftungsprüfungen gegen die ehemaligen Verantwortlichen an. Auch die Zusammensetzung städtischer Aufsichtsräte soll grundlegend überdacht werden. Die CDU-Opposition kritisierte die Projektplanung scharf und forderte Aufklärung sowie vollständige Akteneinsicht. Mehrere Sondersitzungen des städtischen Umweltausschusses befassten sich bereits mit dem Thema, wobei der Vorsitzende Stephan Jersch (Linke) davon ausgeht, dass die Sitzungen nicht öffentlich sein werden und die Teilnehmer zur Verschwiegenheit verpflichtet werden.
Die Auswirkungen der Kostenexplosion und der Verzögerungen tragen letztlich die Hamburger Bürgerinnen und Bürger, vor allem über höhere Müllgebühren und potenziell auch über steigende Fernwärmepreise. Das ZRE gilt als wichtiger Baustein der Hamburger Wärmewende und soll das Kohlekraftwerk Wedel ersetzen, dessen Abschaltung für 2027 geplant ist. Obwohl die Umweltbehörde betont, die Wärmewende sei nicht gefährdet, bleibt das Recyclingzentrum Bahrenfeld ein kostspieliges Mahnmal einer komplexen Fehlplanung und mangelhafter Projektsteuerung.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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