Hamburg Update

Irans Präsident kritisiert die USA scharf bei den Vereinten Nationen

today24. September 2026

Hintergrund
share close

Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich am 23. September 2026 vor den Vereinten Nationen vehement gegen scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump gewehrt und dabei eine internationale Ordnung der „Gewalttätigen“ beklagt. Peseschkian warf den Vereinigten Staaten und Israel Terrorismus vor und präsentierte sein Land als Opfer militärischer Gewalt. Seine Rede fand im Rahmen der 81. UN-Generalversammlung in New York statt und war eine direkte Reaktion auf Trumps Äußerungen vom Vortag.

US-Präsident Donald Trump hatte in seiner Rede am 22. September 2026 dem Iran mit der „Vernichtung“ gedroht, sollte kein Abkommen erzielt werden, und skizzierte zwei Optionen für den Konflikt: entweder ein Abkommen, das dem Iran zu wirtschaftlicher Stärke verhelfe, oder die Zerstörung der Islamischen Republik. Peseschkian konterte diese Drohungen, indem er betonte: „Wir sind Opfer des Terrorismus.“ Er zeigte während seiner Ansprache Bilder von Opfern, darunter Schulkinder, die bei angeblichen US-amerikanischen und israelischen Angriffen in der frühen Phase des „Iran-Kriegs“ ums Leben gekommen seien. Insbesondere nannte er Angriffe auf eine Mädchenschule und einen Sportkomplex im Süden des Landes und verwies darauf, dass die USA und Israel Iran mit modernster Technologie und Ausrüstung angegriffen hätten. Die Vorwürfe des iranischen Präsidenten umfassten auch eine frühere formelle Anschuldigung vom März 2026, wonach die USA und Israel den Obersten Führer Irans, Ayatollah Ali Khamenei, bei „ungeheuerlichen und ungerechtfertigten Aggressionen“ getötet hätten, was ebenfalls durch gezeigte Bilder thematisiert wurde.

Der Auftritt Peseschkians fand statt, während sich der „Krieg mit den USA in einer diplomatischen Sackgasse“ befindet, und markierte das erste Mal, dass der Präsident eines Landes, das sich im Krieg mit den USA befindet, vor den Vereinten Nationen sprach. Während Peseschkians Rede verließ die US-Delegation demonstrativ den Saal. Trotz der scharfen Rhetorik signalisierte der iranische Präsident seine Bereitschaft zu Dialog und Diplomatie, betonte jedoch, dass dies „ohne die Sprache der Gewalt“ geschehen müsse und Iran sich keinem Zwang beugen werde. Iran knüpfte zudem eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus an bestimmte Bedingungen, wobei Mohsen Resai, Generalsekretär des Sicherheitsrats, die USA als nicht vertrauenswürdig bezeichnete und eine „neue Diplomatie“ ankündigte.

Auch in der Atomfrage bekräftigte Peseschkian, dass Iran die zivile Nutzung der Kernenergie nicht aufgeben werde, jedoch keine Atomwaffen anstrebe. Er warf dem Westen Doppelmoral vor, da Israel über Atomwaffen verfüge, während sich Inspektionen und internationaler Druck gegen Iran richteten. Berichten zufolge finden innerhalb Irans Debatten zwischen pragmatischeren Politikern wie Peseschkian und Parlamentspräsident Mohammad-Bagher Ghalibaf und Gegnern einer Verständigung statt, insbesondere angesichts der Offenheit für Verhandlungen trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Bemerkenswert ist, dass am Vorabend von Peseschkians Rede ein dreistündiges Treffen zwischen dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff am Rande der Generalversammlung stattfand, welches von beiden Seiten als „konstruktiv“ beschrieben wurde und die ersten direkten Gespräche seit Monaten darstellte.

Symbolbild – Foto: Mohameden 📸 beinbe / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it