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Bundeskanzler Merz reist nicht zur UN-Klimakonferenz – scharfe Kritik von Grünen

today4. November 2026

Hintergrund

Wie unser Sender RADIO REEPERBAHN in Hamburg berichtet, wird Bundeskanzler Friedrich Merz nicht an der 31. UN-Klimakonferenz (COP31) teilnehmen, die vom 9. bis 20. November 2026 im türkischen Antalya stattfindet. Als Grund für seine Absage nannte Merz anderweitige Verpflichtungen. Statt des Kanzlers werden Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, beide von der SPD, die Bundesregierung bei der wichtigen internationalen Zusammenkunft vertreten. Dies markiert eine Abkehr von der Praxis der letzten fünf Jahre, in denen deutsche Kanzler stets am Treffen der Staats- und Regierungschefs im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen präsent waren, darunter auch Merz selbst bei der COP30 im vergangenen Jahr in Belém.

Die Entscheidung des Bundeskanzlers hat umgehend scharfe Kritik von Opposition und Klimaaktivisten hervorgerufen. Die Grünenfraktionschefin Katharina Dröge sprach von einem „verheerenden Signal für die Welt“. Dröge erinnerte daran, dass Kanzler Merz noch im August beteuert hatte, alles zur Eindämmung des Klimawandels zu tun, nun aber die Zeit für die „wichtigste Entscheidungsplattform für die globale Klimapolitik“ fehle. Sie betonte zudem, dass gerade nach dem Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen „die Klarheit eines deutschen Bundeskanzlers“ benötigt werde und bezeichnete Merz als „Enttäuschung in Sachen Klimaschutz“.

Auch Aktivistin Luisa Neubauer von Fridays for Future äußerte deutliche Kritik und nannte Merz‘ Fernbleiben einen „absoluten Tabubruch“. Angesichts eines Jahres mit Rekordhitze und zahlreichen Klimakatastrophen in Europa lasse der Kanzler die junge Generation „demonstrativ im Stich“ und hinterlasse einen „verschlafenen“ Eindruck auf dem internationalen diplomatischen Parkett, so Neubauer. Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser sprach von einer „Blamage“ für Deutschland. Er bemängelte die mangelnde politische Reaktion auf über 15.000 Hitzetote im Sommer und forderte Merz auf, persönlich auf der Konferenz eine „Zeitenwende“ in der deutschen Klimapolitik einzuläuten, da Deutschland seine Klimaschutzziele für 2030 und 2040 verfehlen wird.

Die COP31 in Antalya, die unter der gemeinsamen Präsidentschaft der Türkei und Australiens steht, soll den Charakter eines „Gipfels der Umsetzung“ annehmen. Im Fokus stehen die Beschleunigung konkreter Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung und die Stärkung der Klimaanpassung. Zu den zentralen Schwerpunkten zählen der gerechte Übergang weg von fossilen Brennstoffen, die Klimafinanzierung für Entwicklungsländer, der Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Ziel, bis 2035 35 Prozent des Energiebedarfs aus Elektrizität zu decken, sowie die Förderung klimaresilienter Städte. Zudem soll eine „Antalya Ocean Declaration“ verabschiedet werden, die ozeanbasierte Klimaschutzlösungen und die Anpassung in gefährdeten Küstenstaaten vorantreibt.

Die Konferenz findet in einer Zeit statt, in der die Konzentrationen der wichtigsten Treibhausgase im Jahr 2025 neue Rekordwerte erreicht haben. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens bleibt weiterhin das zentrale Ziel, dessen Einhaltung dringend erweiterte Klimaschutzmaßnahmen erfordert. Die Abwesenheit des deutschen Bundeskanzlers bei dieser entscheidenden Plattform wird daher international genau beobachtet und könnte die deutsche Glaubwürdigkeit in der globalen Klimadiplomatie beeinflussen. Gerade für eine Küstenstadt wie Hamburg, die selbst von den Folgen des Klimawandels betroffen ist, sind die Ergebnisse solcher Konferenzen von großer Bedeutung.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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