Update

EU-Außenbeauftragte warnt vor Ölkatastrophe durch russische Schattenflotte

today12. Oktober 2026

Hintergrund
share close

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat eine eindringliche Warnung vor den Risiken der russischen Schattenflotte von Öltankern ausgesprochen und diese als „ökologische Zeitbomben“ bezeichnet. Die maroden Schiffe, die Russland für den globalen Ölhandel einsetzt, stellen demnach eine zunehmende Gefahr für die europäischen Küsten dar, mit hoher Wahrscheinlichkeit könnte die nächste große Ölkatastrophe von dieser Flotte ausgehen.

Diese sogenannte Schattenflotte besteht aus einer beträchtlichen Anzahl von Schiffen, deren genaue Zahl sich ständig ändert, aber Schätzungen zufolge zwischen 500 und 1.400 Tanker umfassen kann, von denen rund 17 Prozent aller Öltanker weltweit der Schattenflotte zugerechnet werden. Viele dieser Schiffe sind überdurchschnittlich alt, oft über 18 Jahre, schlecht gewartet und unzureichend versichert, da große Reedereien solche Tanker ab diesem Alter als zu riskant abstoßen. Die Eigentumsverhältnisse sind häufig verschleiert, und die Schiffe operieren oft unter sogenannten Billigflaggen von Staaten mit geringen oder fehlenden Kontrollmechanismen. Ihr primärer Zweck ist die Umgehung internationaler Sanktionen und die Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine.

Die potenziellen Umweltauswirkungen einer Havarie sind immens. Greenpeace betont die besondere Gefahr für die deutsche Ostseeküste, wo die Tanker täglich durch vielbefahrene und sensible Gewässer wie die Kadetrinne fahren. Ein aktueller Vorfall vor Oman, bei dem ein Tanker der Schattenflotte eine Ölpest von 600 Quadratkilometern verursachte, verdeutlicht das gravierende Risiko für marine Ökosysteme und Küstenregionen weltweit. Auch für eine Hafenstadt wie Hamburg, die durch die Nähe zur Nordsee stark vom maritimen Verkehr und seiner Sicherheit abhängt, sind solche Entwicklungen von größter Bedeutung.

Über die reinen Umweltrisiken hinaus werden Schiffe der Schattenflotte zunehmend mit Spionage- und Sabotageakten gegen kritische Unterwasserinfrastrukturen, wie Seekabel in der Ostsee, in Verbindung gebracht. Es gibt Berichte über ungewöhnliche technische Anlagen an Bord zu Aufklärungszwecken und Besatzungen mit Verbindungen zum russischen Militär. Zudem werden diese Tanker teilweise von russischen Kriegsschiffen eskortiert, was zu gefährlichen Begegnungen in europäischen Gewässern geführt hat und die maritime Sicherheit zusätzlich untergräbt.

Die Europäische Union hat in den vergangenen Monaten sechs Inspektionen gegen die Schattenflotte durchgeführt, um Druck auf Russland auszuüben. Diplomatische Bemühungen führten dazu, dass afrikanische Länder hunderte von Schiffen aus ihren Registern strichen, was deren Anfälligkeit für weitere Kontrollen erhöht. Insgesamt hat die EU bereits rund 670 Schiffe sanktioniert. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Gefahren, die von dieser Flotte ausgehen, einzudämmen und die europäischen Küsten vor einer drohenden Ölkatastrophe zu schützen, wie RADIO REEPERBAHN in Hamburg berichtet.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it