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Asylklagen in Deutschland dauern wieder länger

today12. Oktober 2026

Hintergrund
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Nach einem Rückgang in den vergangenen Jahren stehen Schutzsuchende in Deutschland erneut vor längeren Wartezeiten, bis ihr Asylstatus geklärt ist. Im ersten Halbjahr 2026 dauerte ein solches Verfahren im Bundesdurchschnitt 15,3 Monate. Dies stellt eine Trendwende dar, nachdem die Verfahrensdauern seit einem Höchststand von 26,5 Monaten im Jahr 2021 kontinuierlich kürzer geworden waren und 2024 noch bei 16,7 Monaten lagen. Für den Zeitraum von Januar bis November 2025 hatte die Bundesregierung noch 14,3 Monate angegeben, wie aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht.

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist die gestiegene Zahl der Asylklagen, insbesondere ein Anstieg der sogenannten Folgeanträge um rund 127 Prozent zwischen Januar 2025 und Januar 2026. Die Bearbeitung dieser Klagen beginnt häufig erst nach einer Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), was auch bei einer sinkenden Zahl neuer Asylanträge zu anhaltenden gerichtlichen Auseinandersetzungen führen kann. Zudem tragen die unterschiedliche Komplexität der Fälle und die Herkunftsländer der Kläger, die eine umfangreiche Prüfung der politischen und menschenrechtlichen Verhältnisse erfordern, zur Verlängerung der Verfahren bei. Die hohe Belastung der Verwaltungsgerichte wird auch durch die Tatsache verstärkt, dass Mitte August 2026 bundesweit mehr als 196.000 Asylklagen auf ihren Abschluss warteten.

Die Bearbeitungsdauer der Klagen hängt dabei stark vom jeweiligen Bundesland ab, wobei Sachsen und Niedersachsen mit durchschnittlich 20,4 beziehungsweise 20 Monaten im ersten Halbjahr 2026 die längsten Wartezeiten aufweisen. Deutlich schneller verliefen die Verfahren in Rheinland-Pfalz mit durchschnittlich 9,2 Monaten und in Bayern mit 10,7 Monaten. Auch in Hamburg sind Schutzsuchende von administrativen Herausforderungen betroffen, wenn auch in einem anderen Bereich: Wer in der Hansestadt Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beantragt, wartet im Schnitt 98 Arbeitstage auf einen Bescheid, was fast fünf Monate bedeutet. Diese Wartezeit hat sich seit der Zentralisierung der Bearbeitung im Jahr 2023 trotz der Einführung eines Online-Portals mehr als verdoppelt.

Für die betroffenen Schutzsuchenden bedeutet die längere Verfahrensdauer zusätzliche Unsicherheit und erschwert ihre Integration sowie den Spracherwerb. Die Entwicklungen finden zudem vor dem Hintergrund des am 12. Juni 2026 in Kraft getretenen Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) statt, das weitreichende neue Regelungen für Asylsuchende in Europa und damit auch in Deutschland mit sich bringt. Diese Reform zielt auf schnellere Verfahren ab, wurde jedoch auch wegen potenziell eingeschränkten Rechtsschutzes kritisiert. Wir als RADIO REEPERBAHN Hamburg werden die Auswirkungen dieser Veränderungen und die Situation der Schutzsuchenden weiterhin aufmerksam verfolgen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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