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Sudan: Viele Tote bei Luftangriff auf Goldmine

today12. Oktober 2026

Hintergrund
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Bei einem verheerenden Luftangriff auf eine Goldmine im Grenzgebiet zwischen dem Sudan und Ägypten sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen. Die sudanesische Organisation Emergency Lawyers macht die ägyptische Luftwaffe für den tödlichen Beschuss verantwortlich, der sich Berichten zufolge am Samstag ereignet haben soll. Die Vorwürfe gegen Ägypten konnten bislang jedoch nicht unabhängig bestätigt werden, und aus Kairo gab es dazu bisher keine offizielle Stellungnahme.

Überlebende des Angriffs schilderten der Nachrichtenagentur AFP ihre dramatische Flucht aus der Mine. Der Arbeiter Abdelaziz Jussef berichtete, ein Kampfflugzeug habe am Samstagabend gegen 20 Uhr fünfmal auf die Mine gefeuert, woraufhin viele Menschen getötet wurden und in Panik die Berge hinaufrannten. Ein weiterer Überlebender, Sharaf Ali, gab an, dass zum Zeitpunkt des Angriffs Tausende Menschen an dem abgelegenen Ort gearbeitet hätten. Viele der Verletzten und womöglich weitere Tote werden unter den Trümmern befürchtet, was die endgültige Opferzahl noch ansteigen lassen könnte.

Der Vorfall ereignete sich in der umstrittenen Grenzregion, die auch als Halayeb-Dreieck oder Jabal al-Uqaydat bekannt ist. Die sudanesische Organisation Emergency Lawyers betonte, der Angriff habe sich auf sudanesischem Territorium ereignet. Es ist nicht der erste derartige Vorfall in diesem Jahr: Bereits im Juni kam es bei Luftschlägen auf dasselbe informelle Goldminengebiet, ebenfalls mutmaßlich durch Ägypten, zu 23 Todesopfern. Die ägyptische Armee hatte damals erklärt, sie habe eine „groß angelegte Operation“ gegen illegalen Goldabbau innerhalb ihrer Grenzen durchgeführt.

Die Goldgewinnung in der Region ist für viele Menschen im Sudan, der seit April 2023 von einem verheerenden Bürgerkrieg heimgesucht wird, eine wichtige Lebensgrundlage. Der Konflikt hat bereits Hunderttausende Tote gefordert und eine tiefe humanitäre Krise ausgelöst. Der Goldabbau, insbesondere der illegale Schürfbetrieb, wird von Experten auch als Finanzierungsquelle für die Kriegsanstrengungen beider Konfliktparteien genannt. Mehr als die Hälfte des im Sudan abgebauten Goldes wird Berichten zufolge außer Landes geschmuggelt. Hier bei RADIO REEPERBAHN in Hamburg verfolgen wir diese Entwicklungen mit großer Sorge um die Zivilbevölkerung.

Die wiederholten Angriffe in den goldreichen Grenzregionen könnten nach Einschätzung der Emergency Lawyers den Wunsch der ägyptischen Behörden widerspiegeln, die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen des Sudan auszuweiten. Trotzdem Ägypten ein wichtiger Verbündeter der sudanesischen Armee ist, betrachtet Kairo den Krieg an seiner 1.200 Kilometer langen Grenze als erhebliche Sicherheitsbedrohung. Die Situation bleibt angespannt und undurchsichtig, da die ägyptische Seite weiterhin schweigt und eine unabhängige Überprüfung der Vorwürfe aussteht.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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