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Der Tod der 87-jährigen Maricarmen Abascal, deren erzwungene Zwangsräumung landesweite Proteste ausgelöst hatte, hat in Spanien eine neue Welle der Trauer und Wut entfacht. Ihr Fall gilt als tragisches Symbol für die akute Wohnungsnot und den Mietwucher im Land. Die Rentnerin verstarb, nachdem sie am 23. September aus ihrer Wohnung im Madrider Stadtteil Retiro vertrieben worden war, in der sie fast 70 Jahre lang gelebt hatte.
Die Umstände ihrer Zwangsräumung waren besonders dramatisch. Ein Immobilienunternehmen hatte das Gebäude, in dem Maricarmen Abascal seit 1956 wohnte und später den Mietvertrag übernahm, im Jahr 2020 gekauft. Die neuen Eigentümer erhöhten ihre Monatsmiete von ursprünglich 500 Euro drastisch auf 1.650 oder sogar 2.650 Euro – eine Summe, die die Seniorin mit ihrer Rente von 1.400 Euro nicht aufbringen konnte. Am Tag der Räumung drangen Polizisten in ihre Wohnung ein, und Sanitäter trugen die gehbehinderte Frau mit einem Behinderungsgrad von 50 Prozent auf einer Trage aus dem Haus und lieferten sie ins Krankenhaus ein, wo sie wegen starker Angstzustände und Erschöpfung behandelt wurde. Trotz ihres Leidens forderte Maricarmen Abascal in einer über den Mieterverband verbreiteten Botschaft: „Bitte, kämpft weiter“.
Ihr Schicksal löste eine beispiellose Protestwelle aus. Zehntausende Menschen demonstrierten in Madrid, darunter in einem Protestcamp auf der zentralen Puerta del Sol, sowie in Städten wie Barcelona und Valencia unter Slogans wie „Ni una Maricarmen más“ („Keine weitere Maricarmen“) und „Wir alle sind Maricarmen“. Die landesweite Empörung setzte die spanische Minderheitsregierung unter Druck, die daraufhin versuchte, Mieterschutzdekrete zu verabschieden. Das Scheitern dieser Initiativen im Parlament führte am 5. Oktober zur Ausrufung von vorgezogenen Neuwahlen am 29. November durch Ministerpräsident Pedro Sánchez, bei denen die Wohnungsfrage eine zentrale Rolle spielen wird.
Die Krise auf dem spanischen Wohnungsmarkt ist tiefgreifend. Die Mieten sind in den letzten Jahren rasant gestiegen, in Großstädten wie Madrid und Barcelona allein im Jahr 2024 um mehr als 13 Prozent, und haben sich landesweit innerhalb eines Jahrzehnts nahezu verdoppelt. Experten sprechen von einem Mangel an Hunderttausenden bezahlbaren Wohnungen. Ursachen sind ein unzureichendes Angebot an Sozialwohnungen, ein langsam voranschreitender Neubau, viele leerstehende Immobilien, die jedoch oft in ländlichen Gebieten liegen, und Immobilienspekulation, insbesondere durch große Investmentfonds, die als „Geierfonds“ kritisiert werden. Die Regierung hatte Maßnahmen wie ein Verbot von Zwangsräumungen bis 2030, die automatische Verlängerung von Mietverträgen und eine strengere Regulierung von Kurzzeitvermietungen und Investmentfonds vorgeschlagen. Für den 11. November haben Gewerkschaften und Mieterverbände in Spanien einen Generalstreik angekündigt, um ihren Forderungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum Nachdruck zu verleihen.
Die Nachricht von Maricarmen Abascals Tod am 7. Oktober, die von vielen als „Märtyrerin“ im Kampf um bezahlbaren Wohnraum angesehen wird, löste erneute Proteste aus, bei denen Menschen Kerzen anzündeten und Rufe wie „Das sind keine Tode, das sind Morde“ zum Parlament trugen. Obwohl kurz vor ihrem Tod eine Einigung mit dem Vermieter über ihre Rückkehr in die Wohnung erzielt wurde, kam diese Lösung zu spät, und sie konnte das Krankenhaus nicht mehr verlassen. Ihr Fall unterstreicht auf tragische Weise die Dringlichkeit der Situation und wird als Wendepunkt in der Geschichte der spanischen Wohnungsbewegung betrachtet, wie wir von RADIO REEPERBAHN Hamburg weiterhin aufmerksam beobachten werden.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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