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Der Streit um die Beschaffung moderner Fregatten für die Bundeswehr hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem das Verteidigungsministerium im Juni den geplanten Auftrag für die F126-Fregatten an das niederländische Unternehmen Damen Schelde Naval Shipbuilding gestoppt hatte, fordert die Werft nun Milliarden von der Bundesrepublik Deutschland. Der ursprüngliche Auftrag aus dem Jahr 2020 umfasste sechs Fregatten mit einem geschätzten Wert von rund 10 Milliarden Euro. Diese Schiffe sollten ursprünglich bis 2033 an die Deutsche Marine geliefert werden, wobei die erste Fregatte mit einer Anfangsbefähigung bereits Mitte 2028 einsatzbereit sein sollte.
Die Entscheidung des Ministeriums vom 24. Juni 2026 zur Beendigung des F126-Projekts wurde mit erheblichen Verzögerungen, absehbaren Kostensteigerungen und juristischen Risiken begründet. Eine interne Bewertung des Ministeriums ergab, dass die Fortführung des Projekts die Gesamtkosten für die sechs Fregatten auf über 18 Milliarden Euro hätte steigen lassen. Obwohl Damen Schelde Naval Shipbuilding als Generalunternehmer fungierte, war geplant, dass die Schiffe vollständig auf deutschen Werften in Wolgast, Kiel und Hamburg gebaut werden sollten.
Als Reaktion auf die Vertragsbeendigung macht die ursprünglich beauftragte Werft, Damen Schelde Naval Shipbuilding, nun Forderungen in Höhe von rund 4,7 Milliarden Euro (genau 4.679.663.394 Euro netto) gegenüber der Bundesrepublik geltend. Der Anwalt der Werft, Peter Gauweiler, betonte in Schreiben an die Haushalts- und Verteidigungsausschüsse des Bundestags sowie an Verteidigungsminister Boris Pistorius, dass es sich dabei nicht um außervertragliche Schadensersatzforderungen, sondern um vertraglich vereinbarte Ansprüche handele. Gauweiler argumentiert zudem, dass ein Großteil dieser Summe an Hunderte deutscher Subunternehmer der Werft gehen würde. Weiterhin wurden dem Ministerium von Damen „Amtspflichtverletzungen“ durch hochrangige Beamte vorgeworfen.
Das Verteidigungsministerium wies die Milliardenforderungen von Damen jedoch als unbegründet zurück. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte am 5. Oktober 2026, die Vertragsbeendigung sei aufgrund der Nichterfüllung der vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen durch Damen vollumfänglich gerechtfertigt. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte bereits im Juli 2026 die Äußerungen der niederländischen Werft als „prophylaktischen Gegenangriff“ bezeichnet und darauf hingewiesen, dass die Bundeswehr ihrerseits mögliche Schadensersatzforderungen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro wegen Schlechtleistung in Betracht ziehen könnte.
Anstelle der gestoppten F126-Fregatten strebt das Verteidigungsministerium nun den Kauf von acht MEKO A-200 DEU Fregatten des deutschen Schiffbauers TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems) an. Diese Schiffe sollen primär die dringend benötigte U-Jagd-Fähigkeit der Deutschen Marine stärken, die sowohl für die Landes- als auch die Bündnisverteidigung im Rahmen der NATO als äußerst relevant gilt. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat der Beschaffung der ersten vier MEKO A-200 DEU Fregatten im Juli 2026 bereits zugestimmt, mit Kosten von rund 6,3 Milliarden Euro. Eine Option für vier weitere Schiffe, die bis Ende 2026 ausgeübt werden kann, würde die Gesamtkosten für acht Schiffe auf etwa 11,6 Milliarden Euro belaufen. Die Kiellegung für die erste MEKO A-200 DEU erfolgte im Mai 2026, und die erste Auslieferung wird bereits für Dezember 2029 erwartet – eine Rekordzeit in der Branche. Die Entwicklungen in dieser maritimen Beschaffungsaffäre bleiben für RADIO REEPERBAHN Hamburg ein wichtiges Thema.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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