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Zehntausende demonstrieren in Barcelona gegen Mietkrise

today6. Oktober 2026 2

Hintergrund
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Zehntausende demonstrieren in Barcelona gegen Mietkrise

In Barcelona haben erneut Zehntausende Menschen gegen die anhaltende Wohnungsnot und explodierende Mieten protestiert. Am Rande der Großdemonstration kam es zu Auseinandersetzungen, die die wachsende soziale Wut widerspiegeln. Diese jüngsten Kundgebungen in der katalanischen Metropole sind jedoch nur ein Teil einer landesweiten Protestwelle, die Spanien erfasst hat und das Land politisch in eine Krise stürzt.

Auslöser der aktuellen Massenproteste, die in rund 50 spanischen Städten stattfanden und teilweise Hunderttausende auf die Straße brachten, war der Fall der 87-jährigen Maricarmen Abascal aus Madrid. Sie wurde nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung geräumt, nachdem ein Investmentfonds die Miete um bis zu 275 Prozent erhöht hatte. Ihr Schicksal, das glücklicherweise mit ihrer Rückkehr in die angestammte Wohnung endete, wurde zum Symbol für die prekäre Lage vieler Spanier. Die Wut richtet sich auch gegen die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez, dessen Versuche, mit Dekreten gegen steigende Mieten und Zwangsräumungen vorzugehen, im Parlament scheiterten. Als Reaktion darauf hat Sánchez Neuwahlen für den 29. November ausgerufen.

Die Gründe für die Wohnungsnot sind vielfältig und komplex. Spanien kämpft mit explodierenden Mieten und rasant steigenden Immobilienpreisen – die Mieten sind innerhalb eines Jahrzehnts landesweit um 80 Prozent gestiegen, während die Immobilienkosten um 63 Prozent zulegten. Dies führt dazu, dass mittlerweile über 50 Prozent der jungen Erwachsenen bei ihren Eltern leben, ein deutlicher Anstieg gegenüber 33 Prozent im Jahr 2005. Hauptursachen sind eine hohe Nachfrage bei gleichzeitig fehlendem Angebot, massive Immobilienspekulation, bei der „Geierfonds“ ganze Wohnungsbestände aufkaufen, sowie eine starke Touristifizierung, die Wohnraum für Einheimische unerschwinglich macht. Der spanische Wohnungsmarkt gilt zudem als einer der am wenigsten regulierten in Europa.

Zwar hat die spanische Regierung mit dem Wohnungsgesetz 2026 bereits im Mai 2023 versucht, entgegenzusteuern und bestimmte Gebiete als „angespannte Wohnungsmärkte“ auszuweisen, wozu auch Barcelona seit März 2024 gehört. Doch die Ergebnisse sind gemischt: Während die Mieten für Neuverträge in Barcelona zunächst sanken, stiegen sie seit Mitte 2025 wieder um vier bis sieben Prozent pro Jahr an. Auch die Einführung einer 2-Prozent-Deckelung für jährliche Mieterhöhungen bis Ende 2027, die für ganz Spanien gilt, konnte die grundlegenden Probleme bisher nicht lösen. Um Schlupflöcher zu schließen, hat Katalonien seit Januar 2026 sogar eine spezielle Regelung für Zimmervermietungen eingeführt, die die Summe der einzelnen Zimmerpreise auf den Höchstpreis der gesamten Wohnung begrenzt.

Die Demonstranten fordern von der Politik drastische Maßnahmen: niedrigere Mieten, stärkere Mieterschutzgesetze, ein Ende der Zwangsräumungen und ein vollständiges Verbot für Investmentfonds, Wohnimmobilien aufzukaufen. Sie machen deutlich, dass Wohnen ein Grundrecht und keine Ware sein darf. Die Eskalation der Proteste, die auch in anderen europäischen Metropolen wie Hamburg aufmerksam verfolgt wird, zeigt die Dringlichkeit, mit der die spanische Politik vor den anstehenden Neuwahlen Lösungen für eine der größten sozialen Herausforderungen des Landes finden muss. Als Ihr Sender, RADIO REEPERBAHN Hamburg, werden wir die Entwicklungen in Spanien weiterhin genau beobachten.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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