Hamburg Update

Kostenexplosion bei Müllverwertungsanlage Bahrenfeld

today27. August 2026

Hintergrund
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Hamburgs neue Müllverwertungsanlage in Bahrenfeld wird voraussichtlich über 500 Millionen Euro teurer als ursprünglich geplant. Angesichts dieser massiven Kostensteigerung hat die Opposition Akteneinsicht gefordert, während die Stadtverwaltung und die verantwortlichen Gremien mit scharfer Kritik konfrontiert werden. Das als „Zentrum für Ressourcen und Energie“ (ZRE) bekannte Großprojekt, das an der Schnackenburgallee im Stadtteil Bahrenfeld, nahe dem Altonaer Volkspark, entsteht, sorgt für erhebliche politische Turbulenzen.

Ursprünglich waren für das ZRE Kosten von rund 230 bis 234 Millionen Euro veranschlagt worden. Aktuellen Prognosen zufolge könnten die Gesamtkosten jedoch auf bis zu 780 Millionen Euro ansteigen. Die Anlage ist als zentraler Baustein für Hamburgs Wärmewende konzipiert und soll Rest- und Gewerbemüll sortieren, Wertstoffe für das Recycling gewinnen sowie Strom und Wärme liefern. Die Fertigstellung, die ursprünglich für 2025 vorgesehen war, verzögert sich nun um mehrere Jahre und wird frühestens 2026/2027, möglicherweise sogar erst 2029/2030 erwartet.

Ein von der neuen Geschäftsführung der Stadtreinigung Anfang 2026 in Auftrag gegebenes externes Audit deckte gravierende Mängel in der Projektplanung und -überwachung sowie im Risikomanagement auf. Demnach wurde der Aufsichtsrat der Stadtreinigung Hamburg (SRH) über die voraussichtlichen Kostensteigerungen und zeitlichen Verzögerungen nicht angemessen und zeitnah informiert. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne), die den Aufsichtsrat leitet, sprach in diesem Zusammenhang von einem „klaren Vertrauensbruch“ und dass dem Gremium „essenzielle Informationen schlicht vorenthalten“ worden seien.

Als Reaktion auf die bekannt gewordenen Missstände fand eine Sondersitzung des Umweltausschusses der Bürgerschaft statt, bei der die fehlende Transparenz und die drastische Erhöhung thematisiert wurden. Der Aufsichtsrat der Stadtreinigung prüft zudem mögliche rechtliche Schritte gegen das damals verantwortliche Management. Im Fokus der Kritik steht dabei auch der langjährige SRH-Geschäftsführer Rüdiger Siechau, der mittlerweile Hausverbot auf dem Gelände der Stadtreinigung und des ZRE erhalten hat. Senatorin Fegebank kündigte außerdem an, die Besetzung städtischer Aufsichtsräte grundlegend zu überdenken.

Die erheblichen Mehrkosten dieses Großprojekts werden letztlich von den Hamburger Bürgerinnen und Bürgern getragen, sei es durch höhere Müllgebühren, steigende Energiepreise oder Belastungen für den städtischen Haushalt. Bereits Anfang 2026 wurden die Gebühren für die Hausmüllentsorgung um 3,4 Prozent angehoben. Der Aufsichtsrat hat den neuen Gesamtkostenrahmen von bis zu 780 Millionen Euro bisher noch nicht vollständig beschlossen, sondern zunächst lediglich 97 Millionen Euro freigegeben, mit der Zusicherung, jeden weiteren Euro genau zu prüfen.

Symbolbild – Foto: Frank Rietsch / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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