Listeners:
Top-Hörer:
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Die Hits von St. Pauli
RADIO REEPERBAHN Dance Die Dance Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 80er Die 80er Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Weihnachten Die Weihnachts-Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Deep Die Deephouse Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 90er Die 90er Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Malle Die Hits von Mallorca
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Schlager Die Schlager Hits von St. Pauli
Lettland hat mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 ein weitreichendes Verbot für den Russischunterricht als zweite Fremdsprache an seinen Schulen eingeführt. Diese Entscheidung markiert eine deutliche sprachliche Neuausrichtung des baltischen Staates in Richtung Europa, da Schulen stattdessen nun verpflichtet sind, eine Amtssprache der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums anzubieten. Infolge dieser Maßnahme gewinnt insbesondere Deutsch als Fremdsprache stark an Beliebtheit und wird von einem Großteil der Bildungseinrichtungen als Ersatz angeboten.
Die Gründe für diese tiefgreifende Änderung in der lettischen Bildungspolitik sind eng mit den aktuellen geopolitischen Entwicklungen verknüpft. Das lettische Bildungsministerium erklärte, dass der Russischunterricht als Pflichtfach nach dem von Russland geführten Krieg gegen die Ukraine für einen Großteil der lettischen Gesellschaft „nicht mehr akzeptabel“ sei. Mit diesem Schritt möchte Lettland seine Zugehörigkeit zum europäischen Kulturraum und seine Akzeptanz demokratischer Werte demonstrieren. Diese Entscheidung wird jedoch auch kritisch gesehen; Vertreter der russischsprachigen Minderheit, die etwa ein Viertel der Bevölkerung ausmacht, werfen der Regierung eine Einschränkung ihrer Rechte vor. Auch der Europarat rügte die „Politik der Verdrängung“, da dies gesellschaftliche Spannungen verstärken könnte.
In der Praxis führt die Reform zu einer rasanten Umstellung im Fremdsprachenangebot. Umfragen des Bildungsministeriums zeigen, dass sich 89 Prozent der befragten 450 Schulen für Deutsch entscheiden werden, was 401 Schulen entspricht. Dahinter folgen Französisch mit 91 Schulen und Spanisch mit 79 Schulen. Die Attraktivität der deutschen Sprache spiegelt sich bereits in den Zahlen wider: Die Anzahl der Deutschlernenden stieg von 27.286 im Schuljahr 2022/23 auf 39.419 im Schuljahr 2023/24, eine Steigerung von 44 Prozent. Diese Entwicklung hat auch einen erhöhten Bedarf an Deutschlehrkräften zur Folge, wobei bis zum Schuljahr 2026/27 zusätzlich 300 Pädagogen benötigt werden. Das Goethe-Institut in Lettland unterstützt die Schulen aktiv beim Ausbau des Deutschunterrichts durch Materialien und Lehrerfortbildungen.
Die Motivation, Deutsch zu lernen, ist vor allem pragmatischer Natur. Viele Letten sehen darin verbesserte Chancen für Ausbildung, Studium und Beruf in Deutschland, aber auch im eigenen Land. Zudem fördern internationale Austauschprogramme und die wirtschaftlichen Verbindungen zu Deutschland die Beliebtheit der Sprache. Auch die Präsenz deutscher Soldaten in Lettland und die damit verbundenen logistischen Bedürfnisse schaffen neue berufliche Möglichkeiten, für die Deutschkenntnisse von Vorteil sind.
Dieser tiefgreifende sprachliche Wandel unterstreicht Lettlands Bestreben, seine Bindungen an Europa zu stärken und die sowjetische Vergangenheit weiter hinter sich zu lassen. Für uns bei RADIO REEPERBAHN Hamburg ist es interessant zu beobachten, wie sich solche bildungspolitischen Entscheidungen auf die kulturelle und wirtschaftliche Ausrichtung eines Landes auswirken und die Attraktivität deutscher Städte wie Hamburg als Studien- oder Arbeitsstandort weiter erhöhen könnten. Der Prozess der sukzessiven Ablösung des Russischen als zweiter Fremdsprache soll voraussichtlich bis zum Schuljahr 2030/31 abgeschlossen sein.
Symbolbild – Foto: Polina Tankilevitch / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
© 2026 Copyright Eyecansee Communications GmbH & Co. KG