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Die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an der renommierten Cornell University in den USA zieht weiterhin internationale Aufmerksamkeit auf sich und löst weitreichende Solidaritätsbekundungen aus. Im Mittelpunkt steht die Klage einer ehemaligen Studentin, bekannt unter dem Pseudonym „Jane Doe“, die im September 2026 bei Gericht eingereicht wurde. Die Klage richtet sich gegen die Universität selbst und sieben ehemalige Mitglieder der Studentenverbindung Chi Phi, wobei der Vorfall bereits im Oktober 2024 stattgefunden haben soll. Die Anschuldigungen umfassen unter anderem, dass Jane Doe unter Drogen gesetzt und zum Geschlechtsverkehr gezwungen wurde.
Die mangelhafte Aufklärung des Falls und der anfängliche Umgang der Universität mit den schwerwiegenden Vorwürfen, die zunächst nicht zu strafrechtlichen Anklagen führten, hat zu massiven Protesten geführt. Campusinterne Ermittlungen nach dem sogenannten Title IX-Verfahren, die von Januar bis Mai 2025 durchgeführt wurden, führten zwar zur Schließung des Chi Phi-Chapters und zur Exmatrikulation von zwei Studenten sowie weiteren Sanktionen für andere Beteiligte, konnten die öffentliche Empörung aber nicht besänftigen. Cornell-Präsident Michael Kotlikoff kündigte an, die Rolle von Studentenverbindungen auf dem Campus ernsthaft zu überprüfen. Die Welle des Unmuts gipfelte am 5. und 6. Oktober 2026 in eskalierenden Demonstrationen, Graffiti-Sprühereien und Vandalismus auf dem Campus, bei denen unter anderem zum Rücktritt des Universitätspräsidenten aufgerufen wurde.
Ein entscheidender Wendepunkt in dem Fall war die Intervention der New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul, die Generalstaatsanwältin Letitia James zur Sonderstaatsanwältin ernannte. Gouverneurin Hochul begründete diesen Schritt mit dem Vertrauensverlust in die lokale Staatsanwaltschaft von Tompkins County, die es versäumt habe, die Anschuldigungen ordnungsgemäß zu untersuchen und dabei wesentliche Aussagen der Klägerin außer Acht ließ. Berichten zufolge hatte der Bezirksstaatsanwalt Matthew Van Houten die Strafverfolgung im November 2024 abgelehnt, basierend auf einer unvollständigen Polizeizusammenfassung, die Jane Does explizite Aussage über eine Vergewaltigung nicht enthielt. Diese Entwicklung zeigt auch in Hamburg, wie wichtig eine unabhängige juristische Prüfung in solchen sensiblen Fällen ist.
Die Klägerin und ihr Anwalt Thomas Giuffra haben nach Einreichung der Klage Berichten zufolge Drohungen erhalten, die darauf abzielen, sie zum Rückzug der Klage zu bewegen. Zudem gab es Versuche, „Jane Doe“ zu doxxen, was dazu führte, dass fälschlicherweise andere Frauen identifiziert und ebenfalls bedroht wurden. Die Protestierenden fordern über den Rücktritt des Präsidenten hinaus eine Überarbeitung des studentischen Verhaltenskodex bezüglich der Definition von Einvernehmlichkeit und eine umfassende Neugestaltung des Disziplinarsystems der Universität. Sie riefen zu Slogans wie „SMASH THE PATRIARCHY“ und „AT CORNELL RAPISTS ARE PROTECTED PROTESTORS ARE EXPELLED“ auf, die auf Gebäudefassaden gesprüht wurden, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Universität verurteilte den Vandalismus, betonte aber gleichzeitig ihr Verständnis für die starken Emotionen in der Gemeinschaft.
Für RADIO REEPERBAHN Hamburg bleibt dieser Fall ein wichtiges Thema, das die Debatte über sexuelle Gewalt auf Campusanlagen und die institutionelle Verantwortung im Umgang mit solchen Vorwürfen weltweit befeuert. Die Ernennung einer Sonderstaatsanwältin und der anhaltende Protest unterstreichen die Entschlossenheit der Öffentlichkeit, umfassende Rechenschaft und Gerechtigkeit in diesem Fall zu fordern.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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