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Der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestufte Verein „Rote Hilfe“ verzeichnet weiterhin einen regen Zulauf an Mitgliedern und zählt im Oktober 2026 bundesweit rund 19.800 Mitglieder. Diese Entwicklung findet in einem politisch aufgeladenen Klima statt, das durch den jüngsten Beitritt des Bundestagsfraktionschefs der Linken, Sören Pellmann, noch verstärkt wird. Sein Eintritt im Oktober 2026 erfolgte kurz nachdem eine breite Debatte um die frühere Mitgliedschaft der prominenten Linken-Politikerin Elif Eralp in der Organisation aufgekommen war. Diese Ereignisse setzen ein klares Zeichen inmitten der anhaltenden Diskussionen über die Verbindungen der Linkspartei zu der Rote Hilfe.
Die Rote Hilfe e.V. wird von den Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern als linksextremistisch eingestuft und beobachtet. Die Behörden begründen dies damit, dass der Verein den Rechtsstaat zu delegitimieren versuche, indem er von „Klassenjustiz“ spreche, Sicherheitsbehörden diskreditiere und insbesondere Straftäter aus dem linksextremistischen Spektrum politisch und finanziell unterstütze. Die Organisation versteht sich selbst als „parteiunabhängige, strömungsübergreifende linke Schutz- und Solidaritätsorganisation“ für Menschen, die aufgrund ihrer politischen Betätigung mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Ausschlaggebend für die Unterstützung sei dabei allein die politisch linke Motivation der Tat. Die Bundesregierung bezeichnete die Rote Hilfe in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im April 2026 als „größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus“.
Die Debatte um die Rote Hilfe nahm zuletzt durch die Enthüllung der früheren Mitgliedschaft von Elif Eralp, der Spitzenkandidatin der Berliner Linken für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, Fahrt auf. Eralp war bis 2025 Mitglied des Vereins, den sie nach eigenen Angaben während ihres Jurastudiums beigetreten war, um den Zugang zu juristischem Beistand für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln zu unterstützen, die sich für linke und soziale Themen engagieren. Ihre Mitgliedschaft war im Abgeordnetenhandbuch des Berliner Abgeordnetenhauses offengelegt. Dennoch sorgte der Sachverhalt kurz vor wichtigen Sondierungsgesprächen in Berlin für erhebliche politische Turbulenzen, auch über die Hauptstadt hinaus und fand Beachtung in Hamburg. Eralp selbst erklärte, sie sei 2025 aufgrund „teilweise anderer politischer Ansichten“ ausgetreten.
Inmitten dieser Kontroverse entschied sich Sören Pellmann, Fraktionschef der Linken im Bundestag, für einen demonstrativen Beitritt zur Roten Hilfe. Er begründete seinen Schritt am 1. Oktober 2026 damit, dass es in Deutschland jedem möglich sein müsse, sich in einem Gerichtsverfahren verteidigen zu lassen. Eine solche Nichtregierungsorganisation sei wichtig, damit sich dies auch Menschen leisten können, die wenig oder kein Geld haben. Pellmann widersprach zudem der Einschätzung des Verfassungsschutzes, der sich seiner Meinung nach lieber um den Schutz der Demokratie kümmern sollte, anstatt sich in politische Wertungen zu begeben. Sein Beitritt, kurz nachdem die Diskussion um Eralps frühere Mitgliedschaft öffentlich wurde, unterstreicht die tiefe Spaltung innerhalb der politischen Landschaft hinsichtlich der Bewertung der Roten Hilfe.
Die Vorgänge werfen ein Schlaglicht auf die traditionell engen Beziehungen, die Teile der Linkspartei zur Roten Hilfe pflegen. Mehrere aktuelle und ehemalige Politiker der Linkspartei waren oder sind Mitglieder der Organisation, und die Bewertung des Verfassungsschutzes wird von vielen in der Partei offen infrage gestellt oder abgelehnt. Diese anhaltenden Diskussionen über die Verbindungen der Linkspartei zu der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Organisation prägen weiterhin die politische Debatte in Deutschland und sind auch für die Hörer von RADIO REEPERBAHN in Hamburg von Relevanz, da sie Fragen nach dem Selbstverständnis linker Politik und der Abgrenzung zum Extremismus aufwerfen.
Symbolbild – Foto: Tope J. Asokere / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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